Aktuelles

Leistungstests unter Turnierbedingungen im „Sommerloch“

Vergleichskampf Deutschland gegen Polen am Montag, 30. August (18 Uhr), in der Feuerbacher Jahnhalle / Eintritt frei

Stuttgart. Mitten in der Sommerpause verkürzt ein Internationaler Vergleichskampf in Stuttgart das Warten auf die kommende Box-Saison der Amateure: Am Montag, 30. August, kreuzen in der Feuerbacher Jahn-Sporthalle (Kärntnerstraße, PLZ fürs "Navi": 70469 Stuttgart) deutsche Olympiahoffnungen wie der halbschwere U19-Europameister Tyron Zeuge, der EM-Fünfte (Männer) Eugen Burhardt im Leichtgewicht und WM-Teilnehmer Stefan Köber (Schwergewicht) die Fäuste mit der polnischen Nationalmannschaft um europäische Spitzenboxer wie Lukas Masczyk (Halbfliegen), Mateusz Mazik (Leicht) und Kamil Szeremeta (Weltergewicht). Der Eintritt ist frei.

Die Polen nehmen zurzeit an einem Trainingslager im Olympiastützpunkt Frankfurt/ Oder teil. Der Vergleich ab 18 Uhr in Stuttgart-Feuerbach (Eintritt frei) dient zum Leistungstest, unter anderem auch von Punktrichtern des Weltverbands AIBA, unter Turnierbedingungen. Dies teilt Helmut Ranze (Worms) vom deutschen Boxverband DBV als Vizepräsident der fürs AIBA-Regelwerk zuständigen Kommission mit.

Es sind neben rund zehn Vergleichskämpfen auch verbandsinterne Duelle zwischen einigen deutschen U21-Eliteboxern geplant. Oli Vlcek (Villingen-Schwenningen), Box-Landestrainer Baden-Württemberg, ist für die örtliche Organisation zuständig.

Das deutsche Team in allen (aufgrund des gestrichenen Federgewichts teils neu limitierten) olympischen Gewichtsklassen:

bis 49 Kilogramm (Halbfliegen): Blind Badia (Berlin)

-52 (Fliegen): Hamza Touba (Neuss)

-56 (Bantam): Hafid Bouji (Berlin)

-60 (Leicht): Eugen Burhard (Osnabrück)

-64 (Halbwelter): David Müller (Saalfeld)

-69 (Welter): Patrick Wojcicki (Wolfsburg)

-75 (Mittel): Stefan Härtel (Berlin)

-81 (Halbschwer): Tyron Zeuge (Berlin)

-91 (Schwer): Stefan Köber (Frankfurt/ Oder) / Stefan Sittner (Marne)

über 91 Kilogramm (Superschwer): Erik Pfeiffer (Lohne).

Vier Mal Gold für U19-Team Baden-Württemberg

Benedikt Probst (BC Singen), hier als triumphierender Landesmeister im Trikot des Club-Sponsors Rothaus, holte sich in Eichstätt auch den Süddeutschen Meistertitel. Jetzt geht´s zu den IDJM nach Spaichingen.

Singens Benedikt Probst Süddeutscher Jugendmeister / Silber für Strohmeyer (Singen), Kindsvater (Offenburg) und Schwarz (KSC) / UWV am OSP geplant

Eichstätt/ Spaichingen. Die Internationalen Deutschen Jugend-Meisterschaften (U19-IDJM)) vom 26. bis 28. November in Spaichingen werfen ihre Schatten voraus: Bei den "Süddeutschen" in Eichstätt hat die Staffel aus Baden-Württemberg die "Konkurrenz in ihre Schranken verwiesen", wie Landesrainer Oli Vlcek mitteilt. Sein Fazit: "Sämtliche Kaderathleten aus BW zeigten ihre Klasse. Der Dank geht hier an die gute Arbeit in den Heimatvereinen." Im Nachwuchsbereich arbeiten die benachbarten Südwestverbände mittlerweile bereits eng zusammen. Die Sportschule Ruit, Vlceks Dienstort, ist eine Außenstelle des Box-Bundeszentrums am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg.

Zum Turnierfinale aus baden-württembergischer Sicht: Die Medaillenjagd wurde vom endlich wieder genesenen Kastriot Sopa (Ludwigsburg) im Limit bis 51kg eröffnet. Den bayrischen Favoriten und EM-Teilnehmer Erik Sokolov punktete er klar aus. Kastriot Sopa löste mit 8:3 Wertungstreffern wie letztlich auch Württembergs weitere Süddeutsche Meister Spomer und Gasanov verdient das Ticket zu den IDJM in Spaichingen. Dies teilt Vlcek abvbaden.de mit.

Die zweite Begegnung mit BW-Beteiligung fand im Bantamlimit zwischen den beiden "Nachbarn" und Turnier-Teamkameraden Benedikt Probst (Singen) und Mohammed Maher (Friedrichshafen, LV Württemberg) statt. Mitte der 4. Runde stand es 4:4 und beide Kontrahenten zeigten technisch sauberes Boxen. Um so mehr der Kampf sich dem Ende neigte, um so hektischer wurden Betreuer und Fans. Die beiden Athleten schenkten sich nichts und fighteten auf Augenhöhe. Benedikt bewies hier seine bekanntlich starken Nerven und konterte Mohammed kurz vor dem Schlußgong blitzschnell ab, um diesem den kampfentscheidenden Siegtreffer beizubringen. Mit 5:4 Treffern freute sich Benedikt über seinen wiederholten Einzug bei Deutschen Meisterschaften.

Stanislav Kindsvater von der Fortuna Offenburg bekam es im Gewicht bis 64kg mit dem Deutschen Meister Niklas Krieger vom VfL Waldkraiburg zu tun. Diesem trat unser Mann ohne Respekt gegenüber. Krieger übernahm jedoch in der zweiten Runde das Tempo und gestaltete nun den Kampf. Der Ringrichter brach die Begegnung in Runde 3 ab.

Mit Württembergs Slawa Spomer und Simon Strohmeyer standen sich zwei sehr erfahrene Welterlimit-Boxer gegenüber. Sie boten dem Publikum einen von Taktik dominierten Kampf. Beide Athleten agierten aus einer äußerst kompakten Doppeldeckung und versuchten den Gegenüber zu Fehlern zu verleiten. Bis in die dritte Runde gestaltete sich dieses taktisch geführte Duell offen, bis es Slawa gelang, eine Wertungstreffer über die Schlaghand zu setzen. Der Kampf endete mit 1:0 Wertungspunkte für den Neckargartacher Athleten.

Auch im Limit bis 75 Kilogramm  standen sich aufgrund erkrankter Athleten zwei Baden-Württemberger gegenüber. Mit "Routinier" Aznaur Gasanov vom SV Gold Blau Stuttgart hatte das Jungtalent Jose Rodriguez Schwarz vom KSC eine große Bewährungsprobe vor sich. Doch wer hier eine einseitige Begegnung erwartete, wurde eines Besseren belehrt: Bereits in der ersten Runde musste Aznaur nach einem Wirkungstreffer von Schwarz eine Auszeit nehmen und wurde vom Ringrichter angezählt. Beide Athleten zeigten Boxsport der Extraklasse. Finten, Konter, 2. Angriffe, Beinarbeit und schnelle Kombinationen. Und der Youngster aus Karlsruhe konnte bis kurz vor Ende der 3. Runde einen knappen Punktvorsprung verbuchen. In der 4. Runde spielte dann Aznaur seine ganze Erfahrung aus und entschied das knappe Duell mit 6:4 Treffern für sich.

In der Abschlusspartie trat Abdulsamt Akdogan (VfL Sindelfingen) gegen den favorisierten Albert Bulgardajan vom bayrischen Bushido Coburg an. Akdogan kämpfte sich beherzt durch die kommenden Runden und zeigte eine beeindruckende kämpferische Leistung. Jedoch blieb den Verantwortlichen in der Ecke in der 4. Runde keine andere Wahl, als den Kampf dann doch durch Aufgabe wegen Verletzung abzubrechen.

Bald UWV am OSP in Heidelberg

Vlcek kündigte an, im Rahmen der Unmittelbaren Wettkampf-Vorbereitung (UWV)  der Internationalen Deutschen Meisterschaft am Samstag, den 21.11.09, eine Sichtungsmaßnahmen am OSP Rhein Neckar in Heidelberg durchführen. Hierzu sind folgende Athleten der badischen Boxvereine eingeladen:

Athleten (männlich) der Jahrgänge 1999; 1998; 1997; 1996;
Athletinnen (weiblich) der Jahrgänge 1999 - 1992. PJ

Württembergs Benjamin Schmidt Deutscher Vizemeister

Bronze für Ravensburger Schwergewichtler Johann Witt / 18-Jähriger Miller-Bezwinger Wojcicki (Wolfsburg) bester Techniker des Turniers

Berlin. Folgendes teilt Alexander Mazur abvbaden.de vom Abschneiden unseres Nachbarverbands Württemberg mit (Bericht über Baden siehe unten): "Württembergs Boxteam trat mit fünf Athleten bei den 87. deutschen Boxmeisterschaften in der Berliner Sporthalle Charlottenburg an. Insgesamt bestritten die Sportler 11 Kämpfe, von denen diese 6 erfolgreich gestalten konnten, eine sehr erfolgreiche Bilanz... Doch im Finalkampf schlitterte der in prächtiger Form auftrumpfende Benjamin Schmidt (MBC Ludwigsburg) äußerst knapp an einer Goldmedaille vorbei." Außerdem für Württemberg am Start: Federgewichtler Eduard Schmidt (BR Schwenningen), Leichtgewichtler Toygar Kayalar (Germania Stuttgart), Mittelgewichtler Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg).  Kampfrichter: Holger Kussmaul (Schwäbisch Gmünd).

Alle Final-Ergebnisse der Box-DM Berlin (Elite) vom 28.-31.10.2009

48 Kg:             (4 Teilnehmer)

Bilnd Badia                 (BE)    - +08:08 PS ü. Andreas Robitsch                 (SA)   

51 Kg:             (3 Teilnehmer

Ronny Beblik              (SN)    - 06:02 PS ü. Hamsa Touba                         (NR)   

54 Kg:             (5 Teilnehmer)

Marcel Schneider       (BB)    - 10:03 PS ü. Edgar Walth                            (BY)   

57 Kg:             (12 Teilnehmer)

Markus Abramowski  (BE)    - 08:05 PS ü. Mario Spörle                            (MV)   

60 Kg:             (9 Teilnehmer)

Eugen Burhard           (NS)    - 09:06 PS ü. Artur Schmidt                          (WE)  

64 Kg:             (9 Teilnehmer)

Slawa Kerber             (NS)    - 09:02 PS ü. David Müller                            (TH)   

69 Kg:             (9 Teilnehmer)

Patrick Wojcicki         (NS)    - 05:03 PS ü. Dieter Döhl                              (NS)   

75 Kg:             (11 Teilnehmer)

Stefan Härtel              (BE)    - 07:03 PS ü. Jacob Deines                          (NS)   

81 Kg:             (8 Teilnehmer)

Enrico Kölling             (BE)    - 04:00 PS ü. Benjamin Schmidt                   (WÜ)  

91 Kg:             (10 Teilnehmer)

Stefan Köber              (BB)    - 06:03 PS ü. Alexander Povernov               (NS)   

+91 Kg:           (8 Teilnehmer)

Erik Pfeifer                 (NS)    - RSC-S. 3.R.ü. Philipp Gruner                     (SN)   

Bester Techniker:       Patrick Wojcicki                     (18, AKBC Wolfsburg, NS)

Bester Kämpfer:         Markus Abramowski              (SC Berlin, BE)

Bester Landesverband: Niedersachsen                   

Bilder von den "Süddeutschen" in Singen

Unsere Gruppenmeister in Aktion: KSC-Feder Loginov attackiert Bayerns Schmidt mit einer rechten Geraden (oben), der Knielinger Yöreci bedrängt Jahr: Das ABVB-Team war mit neun Boxern, darunter U19-Assen, in Singen vertreten. Sinan Bayrak (bild rechts, 3.v.r.) hote den Titel im Leichtgewicht. Links: Sportwart Jürgen Müller (BRK), Mitte: KSC-Coach Siggi Mehnert. Ganz unten: Auch die Boxer Mazara, Becker, Probst, Häfele und Arsumanyan waren dabei. (alle Bilder: Fototron)

Drei Süddeutsche Meister aus Baden

Loginov, Bayrak und Yöreci starten bei den DM in Berlin / Weitere Teilnehmer  möglich / Bayern am stärksten

Singen. Die Ergebnisse der Süddeutschen Meisterschaften in Singen. Bester Landesverband: Bayern mit vier Männer- und einem Frauentitel, gefolgt von Baden mit drei Finalsiegen für Michael Loginov, Sinan Bayrak (beide Karlsruher SC) und Aytekin Yöreci (BR Knielingen). Das Schlusslicht bildet diesmal Württemberg mit einem Regionalmeister im Mittelgewicht bis 75 Kilogramm.

Badens Bayrak verteidigte seinen Titel im 60-Kilogramm-Halbfinale zunächst gegen den aufstrebenden jungen Württemberger Toygar Kayalar (Deutscher U19-Meister von Germania Stuttgart) mit 18:14 und später im Finale gegen André Kurz aus Bayern mit 10:5 gewerteten Treffern. Loginov beherrschte im Federgewicht bis 57 Kilogramm den Ex-Europameister der Kadetten (U17), Eduard Schmidt aus Kaufbeuren.

Überraschend, aber denkbar knapp unterlag der gesundheitlich angeschlagene Bensheimer Weltergewichtler Dimitri Sorokin (KSC, DM-Dritter 2007, U21-Vizemeister 2008) dem fünf Jahre älteren Bayern und späteren Gruppenmeister Alfonso Fusco (1860 München) nur per Hilfspunktewertung nach einem spannenden 11:11-Remis im Halbfinale. "Dimitri war nicht fit, das hat man gemerkt", bedauerte ABVB-Chef Werner Kranz. Mit einer konzentrierten Leistung habe ihn Bantamgewichtler Loginov positiv überrascht. Insgesamt sprach Kranz von einer gelungenen Veranstaltung. Leider seien wohl aufgrund der TV-Übertragung des Fußball-Länderspiels Deutschland gegen Russland  zu wenig Zuschauer in der Halle gewesen. Fett gedruckt: die Titelträger. Halbfinal- und verbandsinterne Jugend-Qualikämpfe im ersten Teil.

 

 

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

1

M60 kg

ROT BLAU

BAYRAK Sinan KAYALAR Toygar

BA WÜ

ROT

PTS

18:14

2

M69 kg

ROT BLAU

FUSCO Alfonso SOROKIN Dimitri

BY BA

ROT

PTS

+11:11

3

M75 kg

ROT BLAU

DAHINTEN Wilhelm MAZARA Andreas

BY BA

ROT

PTS

20:4

4

M91+ kg

ROT BLAU

BECKER Andreas HUBER Oleg

BA WÜ

ROT

PTS

18:8

5

JG57 kg

ROT BLAU

HÄFELE Frederic PROBST Benedikt

KSC SING

BLAU

PTS

11:8

6

FR60 kg

ROT BLAU

UTKU Raziye MILLES Melanie

WÜ BY

BLAU

PTS

12:8

7

JG70 kg

ROT BLAU

ARSUMANJAN Sascha STROMEYER Simon

STEIN SING

BLAU

PTS

11:8

8

M54 kg

ROT BLAU

WALTH Edgar KONDRATEV Alexander

BY WÜ

ROT

PTS

17:2

9

M57 kg

ROT BLAU

LOGINOV Mihail SCHMIDT Eduard

BA WÜ

ROT

PTS

12:7

10

M64 kg

ROT BLAU

YÖRECI Aytekin JAHR Mike

BA BY

ROT

PTS

14:6

11

M91 kg

ROT BLAU

WITT Johann RENNER Eugen

WÜ BY

BLAU

PTS

10:8

12

M60 kg

ROT BLAU

KURZ Andre BAYRAK Sinan

BY BA

BLAU

PTS

10:5

13

M69 kg

ROT BLAU

TIRAS Serdar FUSCO Alfonso

WÜ BY

BLAU

PTS

9:3

14

M75 kg

ROT BLAU

PASKALI Xhek DAHINTEN Wilhelm

WÜ BY

ROT

PTS

14:10

15

M91+ kg

ROT BLAU

GORST Roman BECKER Andreas

BY BA

ROT

PTS

22:10

Finalkämpfe der "Badischen" in Lahr

Lahr. Hier die Ergebnisse der Landesmeisterschaften in Lahr.  

Kampf Gewichtsklasse

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

1

ELK65 kg

ROT BLAU

KINDSVATER Stanislav UEMIT Sen

OFFEN BBWL

ROT

PTS

24:6

2

ELK70 kg

ROT BLAU

SHALA U. HINZ Timo

FREIB BBWL

BLAU

PTS

16:6

3

MB64 kg

ROT BLAU

MÜLLER Sascha ZEYREK Serkan

BGHD BCS

BLAU

PTS

11:8

4

MB81 kg

ROT BLAU

RUSTEMI Ibrahim KINDSVATER Walter

BRK OFFB

BLAU

RSC

R3

5

MB69 kg

ROT BLAU

DJAF Ares SOMIK Artem

WALDH BGHD

ROT

PTS

6:5

6

MA75 kg

ROT BLAU

MAZARA Andreas TURCAN Gheorghe

FREIB BRK

BLAU

PTS

14:6

7

MA69 kg

ROT BLAU

SOROKIN Dimitri RYBKE Andreas

KSC KSC

ROT

RSC

R2 22.39

8

MA91 kg

ROT BLAU

DAUBERT Artur ASLLANI Avdi

BRK ÜBERL

BLAU

RSC

R3 22.54

9

MB75 kg

ROT BLAU

KEKLIK Mahmut STROH Igor

BRK KSC

BLAU

PTS

19:6

10

MA91+ kg

ROT BLAU

ÜLKER Sezer BECKER Andreas

KLAHR KSC

BLAU

RSC

R1 23.14

Geschafft: Jack Culcay-Keth ist Weltmeister

WM-Sieger Culcay-Keth mit dem ersehnten Pokal und, noch etwas fassungslos, auf dem Weg zum TV-Interview. Darunter vor dem Finale mit DBV-Chef Jürgen Kyas in Mailand, wo auch die Weltboxliga (WSB) beworben wurde. Der DBV und Jack wären gerne dabei. Hoffentlich klappt es. Uwe Hamann vom DBV-Kuratorium mit den Medaillenträgern Culcay-Keth und Beblik sowie Krause und Burhard, zwei von fünf Viertelfinalisten. Bild darunter: Hamann und die Kuratoriumsmitglieder Pütz und Sidiropoulos. Die Jugendlichen vom Bruchsaler Pugilist Boxing Gym um Badhia Gharib genossen nach ihrem Trainingslager vor Ort die Vorrundenkämpfe in Mailand.

WM-Gold für Culcay-Keth sorgt für Begeisterung / Unser Vize-Europameister schlägt den Russe Zamkovoy mit 7:4 verdient / Für Ronny Beblik bleibt es nach ebenfalls großer Leistung im Halbfinale bei Bronze 

Mailand. Auch DBV-Boss Jürgen Kyas sah im Mediolanum Forum, wie Culcay-Keth mit seinem großartigen und spannenden 6:4-Halbfinalsieg gegen den Usbeken Mahmudov die Endrunde erreichte. Da bezwang er am Finaltag vor rund 4000 Zuschauern auch den langen Russen Zamkovoy, der den Kasachen Sapiyev, immerhin Weltranglistenplatz 2, geschlagen hatte.

Riesenfreude im deutschen Lager über den schon fast historischen Titel!! Deutschland hat seit 1995 (Zoltan Lunka) erstmals wieder eine WM-Goldmedaille!! Insgesamt eine Riesenleistung von Culcay-Keth. Sogar die italienischen Fans, glücklich über zwei eigene Weltmeister, zeigten sich begeistert, liefen teils in Culcay-Trikots herum. "Ich kann es noch gar nicht fassen", sagte Culcay-Keth nach der Siegerehrung mit Nationalhymne und Schwarz-rot-goldener Fahne.

Culcay fing den Kampf um Gold prima an: Wie mit den Trainern verabredet, hielt er die Doppeldeckung verhältnismäßig geschlossen. Doch gab der eigenwillige Individualist aber in Runde 2 seine anfänglich unumstrittene Führung vorübergehend ab, die er in bekannter Manier hoch beweglich, sich ständig abduckend und Angriffen des etwa einen Kopf größeren Gegners geschickt ausweichend erreicht (Runde 1 endete 1:0) und danach weiter ausgebaut hatte. Runde 2 endete 3:3. Jacky punktete aber im Infight wieder fleißig und höchst sehenswert gegen den Rechtsausleger.

Interview mit Culcay-Keth nach dem Halbfinale

Wie fühlst du dich nach dem geglückten Einzug ins Finale, Jack?

Jack: Ich bin überglücklich. Das war ein sehr harter Kampf.

Du kanntest Mahmudov bereits vom Chemiepokal in Halle her, wo du ihn schon einmal geschlagen hast.

Jack: Da hat er aber ganz anders geboxt, ist immer nach vorne gerannt. Hier erst mal nicht. Da wusste ich nicht so recht, was ich machen soll.

Deshalb der anfängliche Rückstand von 0:2?

Jack: Genau. Nur so ist das zu erklären.

Dann hast du es geschafft, seine Doppeldeckung, hinter der er sich verschanzt hatte, zu öffnen. Das war der Wendepunkt.

Jack: Ja, mit Körpertreffern und Haken ist es mir gelungen. Am Schluss ging er wieder nach vorne. Das musste er ja, um wieder aufzuholen. Und das war dann genau der Stil, der mir liegt.

Du hast ihn mit offener Deckung provoziert, bist seinen verzweifelten Angriffen mit Meidbewegungen ausgewichen.

Jack: Ja, klar, wie immer. Mit meiner Art zu boxen, kommt keiner zurecht, das hat man ja wieder gesehen.

Zu den Ring-Gästen bei der Box-WM in Mailand zählten ab dem Achtelfinale auch Uwe Hamann (Salem). Der Vorsitzenden des DBV-Fördervereins (Kuratorium) war mit drei Vorstandskollegen vor Ort: Herbert Pütz, Dr. Sokrates Sidiropoulos und Karlheinz Krüger. Auch Beblik (Bronze), der vielleicht meist unterschätzte Boxer Deutschlands,  freute sich bei seinen Medaillenkämpfern über die Unterstützung der deutschen Fans. 

Respekt: Insgesamt standen fünf Deutsche im Viertelfinale (und zwei von ihnen kämpften um Medaillen): Beblik, Burhard, Culcay-Keth, Buga und Krause. Vor allem Buga, der nach drei Siegen sensationell den Kubaner Rey Recio geschlagen hatte, und Krause hatten wohl die schwersten Gegner. Buga boxte sogar einen Titelverteidiger, verlor leider 3:4. 

Zwischenbilanz des deutschen Disziplintrainers Roland Kubath zu abvbaden.de (noch vor den Halbfinalkämpfen): "Wenn man mehr als die Hälfte eines neunköpfigen Teams unter die besten Acht der Welt bringt, dann können wir, glaube ich, sehr zufrieden sein." Mit zwei Medaillen hat der DBV sein WM-Ziel schon jetzt erreicht. "Ich bin sehr stolz", sagte Kyas.

Die deutschen Halbfinals:

Jack Culcay-Keth gg. Botirjom Mahmudov (Usbekistan) 6:4 Punktsieg für Jacky, der am Samstag im Finale steht! 

Culcay-Keth: "Ich bin überglücklich! Es war ein sehr harter Kampf. Er boxte am Anfang ganz anders als beim Chemiepokal, wo ich ihn schon einmal schlagen konnte. Aber am Ende hat man ja wieder gesehen, dass mit meiner Art zu boxen, keiner kann. Das war eine Topleistung von mir!"

Ronny Beblik verliert gg. Arroyo McWilliams (Puerto Rico) im Halbfinale 7:9

Beblik: "Ich bin nicht enttäuscht. Mein Ziel, eine Medaille zu holen, habe ich erreicht. Damit kann ich sehr zufrieden sein."

Viertelfinalkämpfe:

Eugen Burhard verliert 2:9 gegen Koba Pkhakadze (Georgien), scheidet  im Viertelfinale aus.

Burhard: "Ich war vielleicht ein bisschen übermotiviert, der Gegner war einen Tick cleverer und schneller, hatte mich scheinbar gut studiert. Klar bin ich erstmal enttäuscht, dass es für mich keine Medaille gibt, aber wenn ich länger drüber nachdenke, dann kann ich eigentlich doch sehr zufrieden sein: Es war eine gute Leistung, bei meiner ersten WM das Viertelfinale erreicht zu haben." 

Jack Culcay-Keth siegt gg Torben Keller (Dänemark) 5:2, Bronze sicher für Culcay-Keth

Culcay-Keth: "Ich habe Torben jetzt zum vierten Mal geboxt und besiegt. Er ist kein Schlechter, hat hier einen Mexikaner geschlagen, das war eine gute Leistung. Deshalb weiß ich: Man kann nie sicher sein. Ich konnte aber gut mit meinem Aufwärtshaken arbeiten. Jetzt will ich auf jeden Fall Gold mit nach Hause bringen. Ich glaube, dass ich das schaffe."

Rene Krause verliert gg Elshod Rasulov (Usbekistan) 2:8

Krause: "Ich habe kein Mittel gegen ihn gefunden, bin gar nicht in den Kampf gekommen. Der hat auf mich gewartet, ich habe nicht gewusst, wie ich den angreifen soll. Ich bin nicht zufrieden mit mir. Ich hätte mir eine Medaille erhofft."

Bundestrainer Kubath: "Er war total von der Rolle. Drei Kämpfe haben Spuren hinterlassen. Es ist sein erstes großes Turnier. Das war nicht der Renee, der heute geboxt hat, und das gegen einen Weltklasse-Mann. Trotzdem eine Riesenleistung, auch von der ganzen Mannschaft.

Abends, ab 20.30 Uhr: Ronny Beblik gg Khalid Yafai (England) 9:3, Bronze sicher für Beblik.

Beblik: Das war mein Meisterstück. Das hätte ich nicht für möglich gehalten, nachdem ich schon soweit gekommen war.  Ich dachte: Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe und bin deshalb ganz unbeschwert in den Kampf gegangen. Es war ein harter Kampf. Am Ruhetag will ich mich erholen und hoffe, am Freitag wieder fit zu sein. Die Tieftreffer waren hart, für einen wurde  er verwarnt. Er hat auch sonst hart geschlagen, vor allem die Körpertreffer haben mir doch zu schaffen gemacht.

Bundestrainer Stachewicz: Er hat das clever gemacht und unsere Taktik voll umgesetzt gegen diesen schnellen und robusten Mann, und er hat seinen Vorsprung trotz des Tiefschlags klug verteidigt. Beblik ist die Überraschung des Turniers, hat sich von Kampf zuKampf gesteigert.

Konstantin Buga verliert gg. Abbos Atoev (Usbekistan) 3:4

Buga: Ich bin sehr enttäuscht.

Bronze für Tasheena Bugar (KSC) in der Türkei

Tasheena Bugar, hier als Deutsche Meisterin 2008, holte in der Türkei Bronze. Dafür gab es Lob vom Frauen-Teamchef Heinz Birkle (links).

Irmen-Göldner (Bayern) holt weitere Medaille bei hochkarätig besetztem Turnier / Delegationsleiter Heinz Birkle lobt alle vier DBV-Boxerinnen

Istanbul/ Karlsruhe. Mit zwei Bronzemedaillen kehrte ein vierköpfiges Frauenteam des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) aus Istanbul (Türkei) zurück: Beim 24. Ahmet-Comert-Turnier mussten sich Federgewichtlerin Tasheena Bugar, die Deutsche Meisterin vom Karlsruher SC, sowie Julia Irmen-Göldner (TV Regensburg, Leichtgewicht) erst im Halbfinale geschlagen geben.

Das Limit der Bayerin bis 60 Kilogramm dominierte erneut Katie Taylor, die Weltboxerin des Jahres 2008 und zweifache Weltmeisterin aus Irland. Auf eine weitere amtierende Weltmeisterin, nämlich Li Jinzi aus China, traf Ulrike Brückner (MTV München) in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm schon im ersten Kampf: Klares Aus im Viertelfinale für die Deutsche.

Etwas mehr Losglück hatte Cindy Metz (BC Piccolo Fürstenfeldbruck): Die ebenfalls aus Bayern stammende Deutsche Bantamgewichtsmeisterin schlug im Auftaktkampf eine der türkischen Lokalmatadorinnen, bevor sie im Viertelfinale allerdings der Inderin Ramilal Pavitra mit 8:5 unterlag.

Eiserne Disziplin und eine „konditionell einwandfreie Verfassung“ attestierte DBV-Ehrenmitglied und ABVB-Ehrenvorstandsmitglied Heinz Birkle (Karlsruher SC), der vom Verband mit der Teamleitung betraut worden war. Für die deutschen Frauen stellte die Kampfdauer von vier Runden á zwei Minuten ein Novum dar. Die Mannschaft hat laut Birkle ihr Soll erfüllt. „Das Turnier entsprach vom kämpferischen Niveau her zumindest einer Europameisterschaft“, betonte der frühere DBV-Sportwart. Die meisten Goldmedaillen holte Russland mit vier Titeln vor Rumänien und der Türkei. Peter Jaschke

Die Kämpfe der deutschen Boxerinnen in Istanbul (Ergebnisse laut Alexander Mazur):

54 Kg: Cindy Metz   (GER)            - 11:05 PS ü. Sengul Coruh  (TUR)

54 Kg: Cindy Metz (GER)            - 05:08 PN g. Ramilal Pavitra (TUR)

57 Kg: Tasheena Bugar (GER)            - 06:05 PS ü. Gamze Terlani (TUR)

57 Kg: Tasheena Bugar (GER) - 03:13 PN g. Gulbahar Genc   (TUR)

60 Kg: Julia Irmen-Göldner (GER) - 08:00 PS ü. Meryem Aslan Zeybek       (TUR)

60 Kg: Julia Irmen-Göldner (GER) - 11:02 PS ü. Erkan Melek               (TÜR)

60 Kg: Julia Irmen-Göldner (GER)   - 01:06 PN g. Ozlem Dinc                (TUR)

75 Kg: Ulrike Brückner (GER)     - 01:08 PN g. Li Jinzi                           (CHN)

Deutschland gewinnt zweimal

Badens "Super-Marco" Grund (oben) schlug erst den Neapolitaner Donato Cosenza und im Schriesheimer Festzelt dann Massimo Avosani, den Dritten der italienischen U19-Camionati. "Dima" Sorokin gelang am Sonntag der Revanchesieg gegen den erfahrenen Italomeister 2006 und EU-Vizemeister 2005, Cirillo. Unten: Die Siegreiche Staffel mit Trainer Lunka in Schriesheim.

Erststart des Vergleichs mit italienischer Staffel endet 18:4 / 14:0-Sieg auch beim Zweitstart in Schriesheim / Sorokin gelingt Revanche / Culcay-Keth erkrankt, zwei Italiener verletzt

Schriesheim/ Wittenhofen. Auch beim Zweitstart der Staffeln in Schriesheim gelang Deutschland ein klarer Sieg: 14:0 hieß es am Ende nach sieben Wertungskämpfen. Die Vertreter Badens, "Super-Marco" Grund und Dimitri Sorokin, wuchsen dabei über sich hinaus. Der vor zahlreich am Ring vertretenen Fans wie entfesselt boxende Grund löste gleich im ersten Kampf des Vormittags Begeisterung aus. Sein Dank galt den Anhängern sowie vor allem Olympiastützpunkt-Coach Lunka: "Die Vorbereitung war so gut wie nie." Erneut ebenfalls hervorragend vor diesmal rund 1000 Besuchern: Thomas Vahrenholt und Dennis Radovan. Rene Krause schlug den WM-Dritten Rosciglione. Weitere Siege gab es für Boshenko und Pfeifer. Und am Ende nahm Dima Sorokin (wie Grund vom KSC) überzeugend Revanche an Cirillo für die knappe Niederlage im Hinkampf zwei Tage zuvor (Ergebnisliste folgt). 

Rund 700 Zuschauer sahen zwei Tage zuvor in der Wittenhofener Schmidtmeister-Halle im Bodenseekreis physisch starke, aber zumindest im ersten Teil des Abends boxerisch unterlegene Italiener. Im zweiten Teil lieferten die erfahreneren Männer der Federazione Pugilistica Italiana den Boxern mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust einige sehenswerte Gefechte. Und wäre es nach dem Willen des Publikums gegangen, so hätte mit Boshenko (gegen Giacomoni) ein dritter Deutscher verloren. Doch der Reihe nach: Die jüngsten Kämpfer der Squaddra Azzura zahlten gegen die deutschen U19-Asse Thomas Vahrenholt, Marco Grund und Denis Radovan Lehrgeld. Vor allem Radovan, der im Kampf mehrfach die Auslage wechselte, begeisterte die Menge.

Zu den Höhepunkten nach der Pause zählten die Siege von Artur Schmidt im Leichtgewicht, Konstantin Buga (Mittel) und Artur Hofmeister (Schwer). Das Publikum zeigte sich begeistert vom variabel und beweglich boxenden Schmidt, der zuletzt international glücklos agierte.  Buga schickte den mehrfachen Italienmeister Grieco gleich in der ersten Runde mit einer Geraden der linken Führhand auf den Ringboden. Der WM-Fünfte beherrschte seinen theoretisch ebenbürtigen Gegner bis zum RSC in Runde drei. Aufgrund eines schweren Wirkungstreffers von Hofmeister in Runde drei nahm der Ringarzt wenige Sekunden, nachdem Italo-Vizemeister Iannuci wieder aufgestanden war, den Italiener aus dem Kampf.

Wie ein wilder Stier nahm Nationalchampion Erik Pfeifer (Superschwer) den Italienmeister Rossano auf die sprichwörtlichen Hörner. Der Niedersachsen konnte seinen heraus geboxten Punktvorsprung jedoch nicht halten, ließ sich gegen Ende auf unschöne Aktionen ein und verlor. Trotz Niederlage bewies Dimitri Sorokin, neben Youngster Marco Grund der einzige Vertreter des LV Badens im Aufgebot, sein technisches Können und Schlagstärke. Der Bensheimer vom Karlsruher SC hofft am Sonntag auf eine Revanche gegen den arg verbeulten Cirillo, Italienmeister von 2006.

Sorokin muss zweimal ran, weil Vize-EM Jack Culcay-Keth ebenso wie Hafid Bouji wegen einer Virusinfektion flachliegt. Auf italienischer Seite verletzten sich zwei Kämpfer. Es ist offen, ob sie für Schriesheim grünes Licht seitens der Ärzte bekommen. Klar dürfte sein, dass der EM-Dritte Rene Krause (Leverkusen) gegen den WM-Dritten Rosciglione antritt. Dieser unterlag im Halbschwerfight von Wittenhofen dem darüber überglücklichen Artur Schmitt, der sich damit wenige Tage vor seinem 19. Geburtstag selbst das schönste Geschenk machte.

Viel Lob hörte auch der verantwortliche Bundestrainer Zoltan Lunka für seine sportliche Vorbereitungsarbeit. Die deutschen Athleten wirkten in der Tat hervorragend eingestellt. Roland Kubath, Chef des Boxstützpunkts Heidelberg, warnt indes vor Übermut und Leichtsinn beim Zweitstart: "Die Italiener sind stärker, als Einzelergebnisse sowie das Gesamtresultat glauben machen könnten." Vor allem sind die Italiener jetzt eines: richtig sauer. Es wird noch einmal spannend. Peter Jaschke 

 

Kampf Gewichtsklasse

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

1

Jg64 kg

ROT BLAU

AVOSANI Massimo VAHRENHOLT Thomas

ITALI GER

BLAU

PTS

36:9

2

Jg64 kg

ROT BLAU

COSENZA Donato GRUND Marco

ITALI GER

BLAU

PTS

25:9

3

Jg69 kg

ROT BLAU

PIVA Dennis RADOVAN Denis

ITALI GER

BLAU

PTS

27:6

4

E54 kg

ROT BLAU

ALLEGRINI Luigi

GEIER Dieter

ITALI GER

BLAU

PTS

15:13

5

E91+ kg

ROT BLAU

GIACOMONI Samuel BOSHENKO Boris

ITALI GER

BLAU

PTS

23:9

6

E60 kg

ROT BLAU

GIANNINI Valerio SCHMIDT Artur

ITALI GER

BLAU

PTS

13:6

7

E75 kg

ROT BLAU

GRIECO Salvatore BUGA Konstantin

ITALI GER

BLAU

RSC

R3

8

E81 kg

ROT BLAU

ROSCIGLIONE Gianluca SCHMIDT Artur

ITALI GER

BLAU

PTS

19:9

9

E91 kg

ROT BLAU

IANNUCI Paolo HOFMEISTER Artur

ITALI GER

BLAU

RSCI

R3

10

E91+ kg

ROT BLAU

ROSSANO Francesco PFEIFER Erik

ITALI GER

ROT

PTS

16:15

11

E69 kg

ROT BLAU

CIRILLO Carmine SOROKIN Dimitri

ITALI GER

ROT

PTS

15:14

Nationale U19-Titelkämpfe: Oli Vlceks Analyse

Wie hier bei den "Badischen" in Singen, wo Simon Stromeyer mit Coach Giovanni Sestito in der Ringecke Landesmeister geworden war, erfüllte der Singener bei den U19-DM im stark besetzten Welterlimit die in ihn gesetzten Erwartungen. Mehr als das: Seine Bronzemedaille ist aller Ehren wert.

Fuhr Meister, Bronze für Stromeyer / Grund (KSC) geht diesmal leer aus / Mittelrhein bester Landesverband

Wolfsburg. Bronze für Simon Stromeyer (BC Singen): Über seinen dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften (DM) der Jugend (U19) freut sich der Singener Senkrechtstarter zu Recht: Verlor doch der Weltergewichtler im Limit bis 69 Kilogramm nach einem Sieg im Viertelfinale in der Runde der besten Vier gegen den hoch favorisierten Vorjahresvizemeister Dennis Radovan. Und das auch nur denkbar knapp mit einem Punkt Unterschied (5:4). Radovan wurde am Ende Vizemeister, aber auch bester Techniker des Turniers. Respekt! Dennoch gilt jetzt für Stromeyer: kühlen Kopf bewahren, auf dem Boden bleiben, hart weiter arbeiten. Denn eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Riesenleistung von Stromeyer gegen Favorit Radovan

„Simon hat das super gemacht“, zeigte sich Singens Trainer Giovanni Sestito stolz auf seinen Schützling. Stromeyer habe „mit der Doppeldeckung schön zu gemacht und im Nahkampf gepunktet“. Noch am Ende der zweiten Runde stand es 1:1. Sestito: „Zum Schluss hat es Simon nur an Erfahrung gemangelt.“

Dabei hat der Süddeutsche Jugendmeister aus dem ältesten Boxverein Badens erst 2007 mit dem Faustkampf begonnen. Sein viel erfahrener und während des Kampfes wie immer ständig die Auslage wechselnder Halbfinalgegner Radovan vom SC Colonia Köln ist dagegen Europameisterschaftsdritter seiner Altersklasse und glänzte zuletzt auch beim Länderkampf Deutschland gegen Italien in Wittenhofen und Schriesheim mit überlegenen Siegen.

Ebenfalls gegen einen späteren Finalisten (Max Keller, Mittelrhein) seines Limits über 91 Kilogramm (Superschwer) zog sich der mit seinen erst fünf Kämpfen noch unerfahrene Sergej Dzilkibaev als so genannter „Auffüller“ vom BC Riegel (also kein süddeutscher Meister) trotz vorzeitiger Niederlage laut Sestito „gut aus der Affäre“.

Badens mehrfacher Landes- und Regionalmeister im U19-Halbweltergewicht, der Bensheimer Marco Grund (18) vom Karlsruher SC, musste dagegen nach seinem ersten Kampf im Congress Park passen. Nach der schier unerklärlichen 13:5-Niederlage gegen den Berliner Alexander Maurer sagte Marco schwer enttäuscht: „Ich war nicht gut drauf, habe einen rabenschwarzen Tag erwischt.“ Abvbaden.de sagt: Kopf hoch, Marco!

Gastgeber war der niedersächsische Amateur Kick-Box Club (AKBC) Wolfsburg. Insgesamt waren rund 80 Jugendboxer im Alter von 17 und 18 Jahren im Congress Park am Start. Im Vorjahr war "Super-Marco" Grund in Straubing Deutscher Jugend-Vizemeister geworden, damals noch im Leichtgewicht. Baden hatte dank Grunds Medaille damals den zehnten Rang der Verbandswertung belegt (diesmal nur 13.), Württemberg indes den zweiten hinter Mecklenburg-Vorpommern. Es ging auch heuer in Wolfsburg darum, sich für den Brandenburg-Cup als Nominierungskriterium für die Jugend-EM im August in Polen zu qualifizieren.

Bester Landesverband wurde Mittelrhein, der sieben Medaillen erboxte, davon dreimal Gold, gefolgt vom Niederrhein und Berlin jeweils zweimal Gold. Die restlichen ersten Plätze gingen je einmal an Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Württemberg und an Niedersachsen.

Und so sah es Landestrainer Oli Vlcek, nämlich als "die ersten Gehversuche einer Baden-Württembergischen Staffel":

Nach Abschluß der Mitgliedervollversammlungen in den Landesverbänden Württemberg und Baden zeichnete sich ein klares Votum für eine zukünftige Zusammenarbeit beider Fachverbände ab. Einen ersten kleinen Test probte eine BaWü-Delegation im Rahmen der Jugend DM, welche in Wolfsburg ausgetragen wurde. Delegationsleiter Oliver Vlcek startete mit den Trainern Zoltan Lunka und Giovanni Sestito, sowie den fünf Athleten Erich Fuhr, Marco Grund, Simon Stromeyer, Sergej Dzilkibaev und Hüseyin Tuncer in das Abenteuer um die Medaillenjagd.

Dabei erwischte die Delegation einen denkbar schlechten Start in die Meisterschaft.
Die beiden Superschweren Sergej und Hüseyin mußten sich ihren starken Gegnern Max Keller und Jakob Morgel (beide Mittelrhein) geschlagen geben. Diese beiden trugen dann schlußendlich auch das Finale um den begehrten Titel untereinander aus. Trotzdem zeigten unsere beiden Jungs einen starken Kampf und insbesondere Sergej bot dem späteren Deutschen Meister Max Keller einen harten Kampf um den Einzug ins Halbfinale.

Nun lag es an den 3 Routinees Erich (DM 08), Marco (Vize DM 08) und Simon (DM Teilnehmer 08), die Fahnen der Delegation hoch zu halten.

Doch nun kam es zur ersten großen Überraschung im Rahmen der Deutschen Meisterschaften. Marco Grund erwischte einen rabenschwarzen Tag und schied gegen einen schwachen Alexander Maurer (Berlin) aus. In den späteren Kämpfen mußte dann auch der bisherige Deutsche Meister Thomas Vahrenholdt (Mittelrhein) Federn lassen. Somit bestritten zwei Newcomer das Finale in dieser Gewichtsklasse, während die Favoriten Marco und Thomas zuschauen mußten. Langfristig gesehen ist hier jedoch zu erwarten, dass das Toptalent Marco sich durchsetzen wird. Spätestens beim kommenden Brandenburg Cup werden die Karten neu gemischt.

Simon Stromeyer traf in der Vorrundenbegegnung auf Leon Bunn vom Landesverband Hessen. Mit einer kompakten Doppeldeckung stoppte Simon die behertzen, aber unüberlegten Angriffe von Leon. Dieser verstand es trotz seiner größeren Erfahrung nicht, Simon aus der Reserve zu locken, um Fehler zu provozieren.
Simon, mit seinen 20 Kämpfen der vermeintlich unerfahrenere Athlet, agierte ruhig und vorausschauend. Schlußendlich konnte er den Einzug ins Halbfinale durch einen verdienten Punktsieg gegen den Hessen feiern.

In der letzten Vorrundenbegegnung hatte es Erich Fuhr eilig. Kai Max Schröder vom Landesverband Mecklenburg Vorpommern versuchte es mit einer kompakten Doppeldeckung. Aber Erich wußte diese geschickt zu umgehen. Mehrmals knackte er die Mecklenburger Wand, bis der Gegner in der zweiten Runde nach harten Treffern aus dem Kampf genommen wurde.

Somit sah die Bilanz der Delegation nach Abschluß der Vorrundenkämpfe noch etwas mager aus. Von 5 Athleten konnten sich lediglich zwei Teilnehmer für das Halbfinale qualifizieren. Doch dieser Eindruck sollte sich im Verlauf der weiteren Meisterschaft noch gewaltig ändern.

Beide Kämpfer mußten gegen harte Brocken ran. Simon erwischte den Topathleten und 4fachen Deutschen Meister Denis Radovan vom LV Mittelrhein, während es Erich Fuhr mit dem Spitzenmann des Nachbarlandes Bayern, Niklas Krieger, zu tun bekam. Diesen hatte er bereits auf der Süddeutschen Meisterschaft in Singen klar geschlagen. Jedoch weiß jeder, dass bei einer Deutschen Meisterschaft die Karten neu gemischt werden.

Im Limit bis 60kg starteten dann auch beide Athleten beherzt in den Kampf um den Einzug ins Finale. Krieger änderte seinen Stil und versuchte nun mit einer kompakten Doppeldeckung zum Erfolg zu kommen. Erich jedoch erwies sich als Fuchs. Immer wieder knackte er mit kurzen Haken die Doppeldeckung, um dann die Nahdistanz zu verlassen. Krieger ließ sich auf das Spiel ein und öffnete immer wieder seine Deckung. Drei Runden lang zeigte die Punktmaschine einen minimalen Vorsprung von einem Zähler für unseren Erich. Dieser blieb gelassen und zeigte die Klasse eines absoluten Spitzenmannes. Mit Ruhe und Übersicht arbeitete er sich in die vierte Runde.
Nun stand Krieger mit dem Rücken zur Wand. Ein Punkt Rückstand und kaum mehr Zeit für einen Sieg. Nun öffnete er komplett und Erich konnte ihn im Rückwärtsgang locker ausboxen. Hier punktete er dann kräftig und entschied die Partie klar für sich. Das Finale war erreicht.

Nun mußte der "Aussenseiter" Simon in die "Höhle des Löwen" Denis Radovan. Doch wer hier mit einem kurzen Gastspiel oder einem langweiligen Gefecht gerechnet hat, wurde eines besseren belehrt. Simon bot alles auf, was er in der Singener Boxschule erlernt hatte. Überraschend für alle Zuschauer tobte der Kampf über 4 Runden. Weder Radovan, noch Simon konnten sich mit Zählern vom Gegner absetzen. Nach jeder Runde stand es entweder Unentschieden, oder maximal 1 Punkt Vorsprung für Denis.
Hier sei erwähnt, dass es sich bei Denis Radovan tatsächlich um ein absolutes Toptalent handelt. Doch auch diese haben manchmal schwer zu kämpfen. Quereinsteiger Simon, welcher dem Boxsport erst seit 2007 treu geworden ist, zeigte allen Anwesenden, dass man in Zukunft mit ihm rechnen sollte.

In der letzten Runde wurde es hektisch am Ring. Lediglich ein Punkt trennte die beiden Kontrahenten und mit dem Schlußgong konnte Radovan verdient den Einzug ins Finale feiern. Simon gratulierte diesem sogleich und wünschte ihm alles Gute für das kommende Finale. Das zeigt wahren Sportsgeist und Fairness.

Auch Erich Fuhr mußte im Rahmen der Finalkämpfe gegen den Topfavoriten und WM Teilnehmer Sergej Vögele vom Niederrhein ran. Dieser konnte bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften 2008 aufgrund eines Bruches im Handgelenk nicht antreten. Damals wurde Erich Fuhr Int. Deutscher Meister.

Somit trafen hier die beiden amtierenden Deutschen Meister aufeinander, um zu klären, wer den nun die wahre Nummer 1 ist. Und dies wollte Erich allen zeigen. Mit dem Ziel der EM Teilnahme startete Erich siegessicher in die Begegnung um den Meistertitel.
Von Beginn an setzte er Sergej mit einer gnadenlos schnellen Führhand unter Druck. Bereits zu Beginn der 1. Runde roch es nach einer kleinen Sensation. Sergej zeigte Nerven und fand kein geeignetes Mittel gegen den druckvoll boxenden Fuhr. Auf der Punktmaschine konnte Fuhr Runde für Runde einen mageren Vorsprung von einem Punkt vorweisen. Im Ring jedoch dominierte er seinen Gegner klar. In allen Distanzen war er einfach einen Tick schneller und akzentuierter.

Sergej kämpfte mit allen Mitteln, um das Gefecht noch zu drehen. Die Kampfspuren in Erich seinem Gesicht zeigten, wie hart der Kampf ausgetragen wurde.
In der letzten Runde entschied der stabilere Kämpfer das Ding und punktete seinen Gegenüber klar aus. Wer hier jedoch an Sergej Vögele dachte, mußte sich täuschen:
Erich Fuhr zeigte eine absolute Topleistung und konnte den Deutschen Meistertitel im Limit bis 60kg nach Baden-Württemberg bringen.

Gemeinsam feierte die Delegation diesen Erfolg. Oliver Vlcek bedankte sich ausdrücklichst bei den Heimtrainern aller Teilnehmer für die hervorragende Arbeit am Mann. Nun blicken wir alle gemeinsam auf das EM - Qualifikationsturnier, den Brandenburg Cup 2009. Dort werden unsere Topathleten um die Nominierung für die EM kämpfen.

Ergebnisse in den Limits mit badischer Beteiligung: 

64 Kg:  (8 Teilnehmer)

Alexander Maurer            (Eintracht Berlin; BE)        - 13:05 PS ü. Marco Grund   (Karlsruher SC, BA)

Evgenij Jabs                  (UBV Schwedt, BB)    - +17:17 PS ü. Dennis Gossmann (BC Gifhorn, NS)

Thomas Vahrenholt            (Colonia Köln, MR)         - Aufg.-S. 2.R. ü. Paul Schewtschenko (AKBC Wolfsb., NS)

Arayk Marutyan             (BSC Schwerin, MV)  - 08:07 PS ü. Erich Lang     (BC Marburg, HE)

Evgenij Jabs                  (UBV Schwedt, BB)    - 09:08 PS ü. Alexander Maurer            (Eintracht Berlin, BE)

Arayk Marutyan             (BSC Schwerin, MV)  - 08:04 PS ü. Thomas Vahrenholt (Colonia Köln, MR)

Arayk Marutyan            (BSC Schwerin, MV)  - 15:04 PS ü. Evgeniy Jabs     (UBV Schwedt, BB)

69 Kg:  (8 Teilnehmer)

Alexander Wünschmann (BC Fürstenwalde, BB) - 14:07 PS ü. Robin Eickhorst          (SV Oschersleben, SA)

Patrick Wojcicki                        (AKBC Wolfsburg, NS)  - 13:02 PS ü. Daniel Pavlovic            (Hamburger TB, HA)

Simon Strohmeyer            (BC Singen, BA)      - 09:07 PS ü. Leon Bunn        (SG Sossenheim, HE)

Dennis Radovan            (Colonia Köln, MR)         - Aufg.-S. 2.R. ü. Viktor Gasselbach (PSV Wismar, MV)

Patrick Wojcicki                        (AKBC Wolfsburg, NS)  - RSC-S. 1.R. ü. Alexander Wünschmann (BC Ebersw., BB)

Denis Radovan              (Colonia Köln, MR)         - 05:04 PS ü. Simon Strohmeyer (BC Singen, BA)

Patrick Wojcicki            (AKBC Wolfsburg, NS)  - 07:05 PS ü. Denis Radovan            (Colonia Köln, MR)

91+ Kg:            (7 Teilnehmer)

Jakob Morgel                (BR Düren, MR)      - RSC-S. 2.R. ü. Hüseyin Tuncer (FB Esslingen, WÜ)

Ali Kiydin                      (ABC Oberursel, HE)  - RSC-S. 2.R. ü. Marko Deckmann (Kagdamala Heide, SH)

Max Keller                    Kktiv Aachen, MR)     - RSC-S. 4.R. ü. Sergej Dzikibaev (BC Riegel, BA)

Jakob Morgel                (BR Düren, MR)      - RSC-S. 2.R. ü. Cengiz Gürbüz (BFC 80 Berlin, BE)

Max Keller                    (Aktiv Aachen, MR)     - 17:04 PS ü. Ali Kiydin               (AVC Oberursel, HE)

Max Keller                  (Aktiv Aachen, MR)     - 13:06 PS ü. Jakob Morgel  (BR Düren, MR)     

Bester Techniker:                        Denis Radovan                      (SC Colonia Köln)

Bester Boxer:                            Patrick Wojcicki                      (AKBC BC Wolfsburg, NS)

Knappster Verlierer:                        Dennis Gossmann                   (BC Gifhorn, NS)                                       

"Super-Marco" holt Silber in Berlin

Super-Marco (rot) bei seinem Sieg gegen den Niedersachsen Bulach (oben). Vahrenholt, einem der starken Kölner, muss sich Marco (blau) erst im Finale beugen (Mitte). Dennoch stolz auf Silber: Diplom-Trainer Zoltan Lunka vom Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar mit seinem Schützling Grund (KSC).

KSC-Kämpfer Grund nun auch Internationaler Deutscher Vizemeister / Tasheena Bugar bei Frauen-WM in China dabei

Berlin. Marco Grund, Bensheimer Vorzeige-Jugendboxer vom Karlsruher Sport-Club (KSC), hat sich als einziger U19-Kämpfer aus dem Landesverband Baden mit dem Titelgewinn in Spaichingen für die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (IDJM) in Berlin qualifiziert. Dort gewann "Super-Marco", Badens Deutscher Vizemeister, nach einem klaren 8:2-Punktsieg gegen Max Meier (Hessen) auch mit 7:5 im Halbfinale gegen Johannes Bulach (Niedersachsen). Erst im Finale musste er sich dem starken Thomas Vahrenholt (Mittelrhein) mit 5:10 geschlagen geben. Die Silbermedaille dürfte Marco über die Niederlage hinweg helfen.

Grunds Vereinskameradin Tasheena Bugar zählt zum dreiköpfigen Team, das Deutschland vom 22. bis 30. November bei den Frauen-WM in China vertritt. Unter den 237 Boxerinnen aus 42 Ländern mischen neben unserer nationalen Meisterin BUGAR (57 kg) aus Deutschland mit: Cindy METZ (54 kg) und Ulrike BRÜCKNER (80 kg).

Leider kann indes Badens Deutscher Meister Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim), die Nummer eins der nationalen Rangliste im Limit bis 81 Kilogramm, zunächst nicht für Velbert in der geplanten (aber noch nicht terminierten) Bundesliga starten: Wegen Abriss eines Knorpels im linken Schultergelenk muss er mit einer mehrmonatigen Pause rechnen. Peter Jaschke

U21-Asse in Minden: Silber für Yöreci und Sorokin

Aytekin Yöreci (oben) und Dimitri Sorokin (Bild unten, links, bei seinem Sieg bei den Landesmeisterschaften) holten für den badischen Landesverband jeweils den Vizemeistertitel bei den Internationalen U21-DM in Minden.

Minden. Die ABVB-Boxer Aytekin Yöreci (Halbwelter, BR Knielingen) und Dimitri Sorokin (Welter, Karlsruher SC) mussten sich bei den 1. Internationalen Deutschen Meisterschaften der U21 in Minden erst jeweils im Finale geschlagen geben, wurden somit beide Vizemeister ihrer Limits. Wir gratulieren! Yöreci war Thüringens Toptalent Felix Lamm (Nordhäuser SV) ein ebenbürtiger Gegner. Sorokin hatte es in einem unschönen Finalkampf mit dem unorthodox boxenden Bukurim Tairi (Niedersachsen) zu tun. Andreas Mazara (Mittel, BSV Freiburg) verlor seine beiden Kämfe in der nur schwach besuchten Kampa-Halle. Dennoch Chapeau allein dafür, dass der Freiburger an dem Auslese-Turnier teilnahm. Mit diesem U21-Turnier sowie den jeweils vier Besten der Jahrgänge 1988/1989/1990 in allen elf Limits unternahm der Deutsche Boxsport-Verband eine spezielle Fördermaßnahme mit dem Ziel , die der Jugend entwachsenen jungen Boxer leistungsmäßig zu fördern und intensiv an einen internationalen Leistungsstandard heranzuführen. Startberechtigt waren auch Athleten, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, einem deutschen Landesverbvandsverein angehören und ihren festen Wohnsitz in Deutschland nachweisen können. Peter Jaschke

Drei Medaillen in Liverpool

Badens Deutscher Meister Weiss muss länger pausieren / EM-Erfolge gehen auch auf Bundestrainer Pletnevs Konto

Liverpool/ Heidelberg. Boxer Gottlieb Weiss (21) vom BAC Hockenheim, Deutscher Meister im Halbschwergewicht bis 81 Kilogramm, muss sich wegen eines Kapselabrisses im Schultergelenk operieren lassen. Wie Bundestrainer Adolf Angrick auf Anfrage mitteilte, kann Weiss voraussichtlich mindestens drei Monate lang nicht in den Ring klettern. Bei der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung für die Europameisterschaften (EM) hatte Weiss über Schmerzen geklagt, musste einen Tag vor der Abreise nach Liverpool schweren Herzens passen.

Indes holte der Leverkusener DM-Dritte Rene Krause, der wie berichtet für Weiss zu den 37. EM geflogen war, Bronze in Liverpool. Jack Culcay-Keth (Darmstadt), am Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg von Bundestrainer Vladimir Pletnev (Schwetzingen) vorbereitet, verpasste den Finalsieg nur  unglücklich, wurde Vize-Europameister im Limit bis 69 Kilogramm. Von sechs Teilnehmern brachte das hauptsächlich am OSP stationierte DBV-Trainertrio Adolf Angrick, Vladimir Pletnev und Marian Gavrila fünf ins Viertelfinale, darunter Slawa Kerber und Sandro Schaer. Am Ende gab es drei Medaillengewinner für Deutschland, die an den Bundesstützpunkten in Heidelberg und Frankfurt/Oder vorbereitet wurden.

Eine weitere Bronzemedaille holte neben Krause Deutschlands neue Bantamhoffnung Denis Makarov in der Klasse bis 54 Kilogramm. Der auch für Makarov verantwortliche Bundestrainer Vladimir Pletnev habe damit bewiesen, dass er junge Leute zur Spitze führen könne. „Auch Trainer müssen reifen“, brach der Berliner Boxlehrer Angrick (65) eine Lanze für den seit 2006 in DBV-Diensten stehenden Schwetzinger russischer Abstammung, der seinen Stuhl als Konsequenz aus dem Peking-Debakel bis Ende Dezember räumen soll.

Für den aus dem Amt des Chefbundestrainers scheidenden Helmut Ranze hat der DBV ebenfalls noch keinen Nachfolger präsentieren können. "Die EM-Erfolge geben uns Auftrieb und stimmen uns für Olympia 2012 optimistisch", sagte Bundestrainer Adolf Angrick zum Sportinformationsdienst, der seinerseits feststellte: „Nach der totalen Olympia-Pleite haben sich Deutschlands Boxer schlagstark im internationalen Ring zurückgemeldet.“ pj

Sieg gegen Woge: Weiss Deutscher Meister 2008

Oben: Deutscher Meister der Elite (Männer) 2008: Gottlieb Weiss (21) mit Vizemeister Robert Woge (links), René Krause (rechts) und Benjamin Schmidt. Unten: Weiss trifft Krause durch die Deckung hindurch, gewinnt 11:6 im Halbfinale. Zuvor schlug Weiss Bösel souverän. Darunter: Bronzegewinner Miller mit den anderen Medaillisten im Welterlimit um Titelverteidiger Culcay-Keth sowie (unten) mit Sorokin, Badens weiterem Weltergewicht-Ass.

86. DM in Straubing: Weiss für EM nominiert / Miller holt Bronze im Welterlimit wie Sorokin 2007

Straubing. Am Samstag, 25. Oktober, kam es in Straubing vor rund 800 Zuschauern in der Turmair-Sporthalle zur Neuauflage des Vorjahres-Finales: Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) musste in seinem Limit bis 81 Kilogramm gegen Robert Woge (BW Könnern) ´ran - und gewann 9:5 nach einem tollen Kampf gegen den starken Sachsen-Anhaltiner. Nach dem Halbfinalsieg über Klasse-Konterboxer René Krause (Leverkusen), der allerdings kaum zu seiner Linie fand, bedeutet das: Weiss ist DEUTSCHER MEISTER 2008. "Er hat super geboxt", freute sich Gottliebs Heimatverein-Trainer Dieter Hiegl (Weiss: "Der beste Trainer") über den jüngsten Erfolg und analysierte: "Gottlieb hat schön gerade geboxt, hat sich schön bewegt, Aufwärtshaken gebracht." "Viele haben schon gar nicht mehr an mich geglaubt", meinte Weiss überglücklich nach dem Fight, bei dem auch Robert Woge (SV Halle) überhaupt nicht klar kam mit einem Weiss in Bestform. 

Der Lohn für die Jungs vom OSP Rhein-Neckar: Nach den Finalkämpfen wurde Weiss neben den Meistern und alten BCO-Kameraden Makarov, Schaer, Schmidt, Pfeifer sowie Culcay-Keth (Darmstadt) und Vizemeister Kerber (Lohne) für die Europameisterschaften (5. bis 15. November, Liverpool) nominiert.

Halbfinale: Seine Linie verlor jedoch leider Badens Alex Miller (BW Lahr), allerdings erst während des Kampfes im Welterlimit gegen Dieter Döhl.  Führte der Lahrer zu Beginn rasch mit zwei Punkten, so gab er diesen Vorsprung ab, indem er seinen Reichweitenvorteil nicht weiter ausnutzte. Der kleinere Döhl konnte das Blatt zu einem13:8-Sieg für Niedersachsen wenden, weil Miller sein Distanzboxen aufgegeben hat. Immerhin Bronze für den Kadetten-Europameister von 2004.

So lief es im Viertelfinale:  Alexander Miller (BW Lahr) war an diesem Abend der bessere Mann im "Bruderkampf" der Baden-Boxer. Das gab es noch nie: Zwei ABVB-Asse im Weltergewicht bei einer DM. Dimitri Sorokin (KSC) lag nach der ersten Runde 3:2 hinten, dann 6:3, am Ende 9:6. Einer musste ja gewinnen. Am Ende umarmten sie sich. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) bezwang im Viertfelfinale Dominic Bösel.

Bald neue Kampfdauer im olympischen Boxen

Ab September zurück zur guten. alten Dreiminuten-Runde / Bezeichnungen für Altersklassen schon geändert

Es wurde lange diskutiert, jetzt ist es amtlich: Nach den Olympischen Sommerspielen in Peking wird im Boxen die drei mal drei Minutenregelung international wieder eingeführt. Bis und bei Olympia in Peking boxen die neuerdings so genannten Elite-Männer (elite men, 19 bis 34 Jahre) jedoch wie bislang regulär vier mal zwei Minuten lang.

Die bei den Profis und früher auch bei den Amateuren übliche Dreiminutenrunde soll die Qualität der Kämpfe verbessern. Der Amateur-Box-Verband Baden begrüßt diese zuschauerfreundliche Reform des Weltverbands AIBA grundsätzlich. Die Gesamtkampfdauer erhöht sich schließlich um eine Minute. Freilich steigen damit unter anderem taktische und konditionelle Ansprüche an die Sportler. Nachteil: der Übergang von der Jugendklasse (U19, weiterhin vier mal zwei Minuten) zur Männerklasse wird künftig noch härter als bislang schon.

Bei den Europameisterschaften im November 2008 in Liverpool soll schon die neue Zeitregelung in Kraft treten. Deshalb wird der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) bereits bei den kommenden 86. nationalen Titelkämpfen 2008 (im Oktober anberaumt, Ausrichter noch nicht benannt) ebenfalls jeweils erst nach drei Minuten den Gong oder die Glocke ertönen lassen. Der DBV regt laut Rundschreiben von Sportwart Jürgen Kyas (Lengerich) an, dass die Landesverbände bei den Landes- und Gruppenmeisterschaften zur DM-Qualifikation im Interesse der Boxer genauso verfahren.

Die Kampfdauer bei den Frauen beträgt künftig (nach Beendigung der Olympischen Sommerspiele) laut AIBA international vier (statt bisher drei) mal zwei Minuten, ebenso wie schon bislang bei der männlichen Jugend (17 und 18 Jahre). Die weibliche Jugend kämpft drei mal zwei Minuten, ebenso wie die männlichen Junioren (15 und 16 Jahre). Weibliche Junioren stehen dagegen nur noch drei mal 1,5 Minuten im Ring.

Die Bezeichnungen der Altersklassen werden vom DBV sowie im Bereich des ABVB bereits angewandt und lauten gemäß der neuen AIBA-Regelung wie folgt:

-                     Elite Männer und Elite Frauen (19-34 Jahre), bisher Männer und Frauen

-                     Jugend (weiblich/männlich, 17 und 18 Jahre), bisher Junioren (U19)

-                     Junioren (w/m, 15 und 16 Jahre), bisher Kadetten (U17)

-                     Kadetten (w/m, 13 und 14 Jahre), bisher Jugend (U15)

-                     Schüler (w/m, 11 und 12 Jahre) wie gehabt Schüler (U13).

Über 800 Zuschauer in Bruchsal

Beim Einmarsch von Sascha Roth mit Trainer Ali Demir und Betreuer Alison Pickering (unten) sowie beim Kampf Adrian Baum (rot) vs. Orhan Meral gut zu sehen, wie voll die Halle in Bruchsal war.

Geht doch: Professionell aufgezogene Amateurveranstaltung lockt Boxfans in hellen Scharen zum Turnier der Pugilisten

Bruchsal. Da waren sogar die Veranstalter baff: 15 Minuten vor Beginn des Turniers war bereits alles ausverkauft! Notgedrungen bot man noch Stehplätze vergünstigt an, und die Zuschauer dankten es. Bis zum letzten Kampf (19 insgesamt) blieben die Boxbegeisterten und feuerten leidenschaftlich, aber stets fair, ihre jeweiligen Favoriten  an.

Tribünen, Lichttechnik und Showeinlagen aus dem Kampfsport TaekwonDo schufen eine unvergleichliche Atmosphäre, wie die Veranstalter vom The Pugilist Boxing Gym in Bruchsal mitteilen. Besonders die „Nummernboys“ wurden frenetisch gefeiert. Das Team der Breakdancer des Gyms-Xperience (deutsche Vizemeister) demonstrierte faszinierende Akrobatik.

Bernd Schwab, der Vorsitzende der Nordvereine in Baden, und sein Team hatten das Ganze unterstützt und genossen nun sichtlich die Show. Die Kämpfer und Trainer waren selbst nach Niederlagen zufrieden und versprachen, jederzeit gern zu kommen, da es gerade für die Nachwuchsboxer eine ganz besondere Motivation ist, zu boxen unter „professionellen Bedingungen“, wie es seitens der Organisatoren heißt.

Bardia Gharib, Präsident des Pugilist Gyms, konnte den Zuschauern bieten, was heute durch die TV-Übertragungen der Profi-Events einfach als Standard vorausgesetzt wird. Gharib schwärmte: "Sicher investierten wir mehr in Werbung und PR als normal üblich, aber unser Geschäftsführer reibt sich auch schon die Hände, denn das war eine gewinnbringende Veranstaltung, vom Werbeeffekt ganz abgesehen." Bei kraichgau.tv kann man sich laut Veranstalter den Filmbeitrag im Internet ansehen.

Kampfprotokoll, wie vom Pugilist Boxing Gym übermittelt:

Kampf 1
Andreas Hadakowski vom BW Pforzheim                           vs.          Alexander  Wasem vom SC Pforzheim, Sieger: Alexander Wasem in der 3.Runde

Kampf 2
M. Schubnell vom BW Lahr                                                        vs.          E. Gozembiler vom KSC Backnang, Sieger: M.Schubnell in der 3. Runde

Kampf 3
Mirnow vom BR Knielingen                                                       vs.          B.Wladislav vom KSC Backnang, Sieger: A. Mirnow in der 3. Runde

Kampf4
R. Kraft vom BW Lahr                                                   vs.          D. Schlegel vom BC Schwetzingen, Sieger: R.Kraft in der 3. Runde

Kampf 5
Christian Klein, JG 96 KSC Backnang                       vs.          Olgon Bozkort JG 95 BC Pforzheim, Sieger: C. Klein

Kampf 6
Andrej Likaj JG 94 Sc Pforzheim                                               vs.          Oliver Sapronov  vom Pugilist Boxing Gym, Sieger: Oliver Sapronov

Kampf 7
Felix Fuller PSV Karlsruhe                                                           vs.          Cedric Kouadio JG 93 Pugilist Boxing Gym, Sieger: F.Fuller

Kampf 8
Aron Kornmeier JG 95 BSV Freiburg                       vs.          Ferhardt Yildiz JG 94 KSC Backnang, Sieger: F.Yildiz

Kampf 9
Alexander Schneider PSV Karlsruhe                                      vs.          Sascha Roth vom Pugilist Boxing Gym, Sieger: A.Schneider in der 3. Runde

Kampf 10
Alexander Schneider PSV Karlsruhe       vs.          Steffen Weick vom Pugilist Boxing Gym, Sieger: Steffen Weick

Kampf 11
Göhrkan Morina BSV Freiburg                  vs.          Stanisllaw Kindsvater BAC Fortuna Offenburg, Sieger: G. Morina

Kampf 12
Serkan Zeyrek BC Schwetzingen                             vs.          Valerij Schweizer  Pugilist Boxing Gym, Sieger: Valerij Schweizer in der 3. Runde

Kampf 13
Ken Antwi-Adjei BS Waldhof                     vs.          Andrej Sutkevic SV Böblingen, Sieger: Ken AntwiAdjej durch RSC in der 3. Runde

Kampf14
Adrian Baum     BC Pforzheim                                   vs.          Orhan Meral  Pugilist Boxing Gym, Sieger: Orhan Meral in der 3. Runde

Kampf 15
Samuel Merz BC Pforzheim                                       vs.          Valentino Farris  Pugilist Boxing Gym, Sieger: Valentino Farris in der 3. Runde

Kampf 16
Jens Voss SC Pforzheim                                              vs.          Alexander Chrapatyj Pugilist Boxing Gym, Sieger: Alexander Chrapatyj durch R.S.C in der 2. Runde

Kampf 17
Saritas Erdogan BR Knielingen                   vs.          Justin Rasiah KSC Backnang, Sieger: Erdogan Saritas in der 3. Runde

Kampf 18
D. Ritscher                                                         vs.                          Timofej Sperling Pugilist  Boxing Gym, W.O.

Kampf 19
Artur Daubert BR Knielingen                     vs.          Debatik Ibra, Sieger: Ibra Debatik

Süddeutsche: Bayrak holt einzigen Titel

KSC-Leichtgewichtler Sinan Bayrak, hier bei seiner Niederlage gegen Propp in Pforzheim, rettete in Friedrichshafen die Ehre Badens und verteidigte seinen Titel erfolgreich.

Kranz sieht "Debakel für Baden" am Bodensee / Allein fünf Titelträger aus Württemberg zu den DM in Straubing

Friedrichshafen. Titelverteidiger Sinan Bayrak (22, Karlsruher SC), den Hockenheims Andi Propp ja im Leichtgewichtsfinale der „Badischen“ in Pforzheim hauchdünn besiegt hatte, löste mit seinem Sieg am Bodensee das Ticket für die nationalen Titelkämpfe in Straubing (22. bis 25. Oktober). 

Nach kontroversen Diskussionen zwischen der Verbandsführung, dem BAC und Propp selbst vertrat letztlich Bayrak, ursprünglich als so genannter „Auffüller“ vorgesehen, Baden in Friedrichshafen in diesem Limit alleine.  Und Bayrak konnte in Friedrichshafen Württembergs starken Hasan Cakir mit 19:15 bezwingen.

In Straubing werden bislang neben Bayrak allerdings nur die vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV) bereits für die DM gesetzten Kaderboxer Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) und der Bensheimer Dimitri Sorokin (KSC) die Farben Badens repräsentieren.

Besonders bitter und überraschend: die Niederlage von Alexander Miller (BW Lahr) im Finale des 69-Kilogramm-Limits. Laut Kranz habe der ansehnlich agierende Miller, Kadetten-Europameister von 2004 und zuletzt Erstligakämpfer des BC Olympia Rhein-Neckar, seinen kompakt boxenden württembergischen Gegner Alexander Wegel zu selten klar genug getroffen. Miller erhielt den Trostpreis für den unglücklichsten Verlierer.

„Es ist jetzt fraglich, ob Miller noch als Auffüller zu den DM kommt“, erläuterte Kranz. Allenfalls auf einen solchen Startplatz als „Auffüller“ kann auch Badens Federgewichtler Michael Loginov (KSC), der in Friedrichshafen dem überragenden bayrischen Titelträger Roman Boger im Halbfinale unterlegen war, nur noch hoffen.

Im Schwergewicht unterlag Andreas Becker (BSV Freiburg) dem überragenden Titelverteidiger Johann Witt, dem württembergischen DM-Teilnehmer von 2007, mit 7:17 Punkten klar. Schon im Halbfinale scheiterten Badens Mittelgewichtler Alexander Posen (BC Singen) sowie der noch junge Andreas Rybke (Halbwelter, BW Lahr) an starken Bayern. So blieb es dank Bayrak bei einem Titel für den ABVB.

„Für Baden war es ein Debakel“, resümierte ABVB-Chef Werner Kranz das schwache Abschneiden hinter dem stark auftrumpfenden Gastgeber Württemberg (fünf Titel) und Bayern (zwei). Peter Jaschke

Die Ergebnisse von Friedrichshafen (übermittelt von Alexander Mazur):

57 Kg:

Roman Boger                (BC Kaufbeuren)            -14:09 PS ü. Michael Loginov     (Karlsruher SC)

Roman Boger                (BC Kaufbeuren)            -20:03 PS ü. Justin Rasiah        (KSC Backnang)

60 Kg:

Sinan Bayrak                (Karlsruher SC)             -19:15 PS ü. Hasan Cakir          (BC Olymp Aalen)

64 Kg:

Mike Jahr                     (BC Weißenburg)          -18:08 PS ü. Andreas Rybke      (BW Lahr)

Dominik Braun              (VfK Germ. Stuttgart)     -18:15 PS ü. Mike Jahr              (BC Weißenburg)

69 Kg:

Alexander Miller            (BW Lahr)                     -16:04 PS ü. Andreas Steinepreis (VfL Leipheim)

Alexander Wegel           (SV Neckarsulm)           -07:02 PS ü. Alexander Miller     (BW Lahr)

75 Kg

Willi Dahinten               (TuS Traunreut) -20:12 PS ü. Alexander Posen   (BC Singen)

Igor Sokratov                 (BC Ravensburg)           -26:25 PS ü. Willi Dahinten        (TuS Traunreut)

81 Kg:

Benjamin Schmidt         (MBC Ludwigsburg)       -14:09 PS ü. Eugen Renner       (BSC Augsburg)

91 Kg:

Johann Witt                  (BC Ravensburg)           -12:08 PS ü. Ramil Futullaew     (BC Ingolstadt)

Johann Witt                  (BC Ravensburg)           -17:07 PS ü. Andreas Becker     (BSV Freiburg)

+91 Kg:

Roman Gorst                (SV Pocking)                -40:22 PS ü. Sezer Ülker           (Kampfsport Lahr)

 

Nachlese der Landesmeisterschaften

Kämpfe wie der von Dimitri Sorokin (KSC, links) und Ehrungen in Pforzheim: Die Goldene ABVB-Nadel gab es für die KSC-"Punktmaschinistin" Marianne Seitz und Tasheena Bugar, Deutsche Meisterin des KSC. Außerdem erhielten der Deutsche U17-Meister David Eberle und DM-Vize (U19) Marco Grund Präsente. Gäste am Ring: Pforzheims Trainer-Urgestein Heinz Weisshaar und sein Ex-Schützling Rene Weller. Außerdem war Markus Bott Zuschauer beim Blau-Weiß in der Jahnhalle.

Goldene Verbandsnadel für Tasheena Bugar und Marianne Seitz / Auch Marco Grund (KSC) und David Eberle (BR Knielingen) geehrt

Pforzheim. Am Rande der Finalkämpfe der „Badischen“ in Pforzheim gab es Ehrungen: Marco Grund (17), der Deutsche Vizemeister seiner Altersklasse, wurde ebenso wie die nationalen Titelträger Tasheena Bugar (KSC) und David Eberle (BR Knielingen) von Landes-Frauen- und Jugendwart Bernd Schwab (Vorsitzender der Nordvereine vom BC Schwetzingen) mit Anerkennungsprämien bedacht.

KSC-Boxerin Bugar, frisch gebackene Titelträgerin im Limit bis 57 Kilogramm, erhielt außerdem neben Marianne Seitz (KSC), seit 1988 die Frau an der Punktmaschine des Amateurboxverbands Baden (ABVB), die Goldene Verbandsehrennadel aus der Hand von ABVB-Präsident Werner Kranz (Schriesheim). Frau Seitz, die zu den ABVB-Kampf- und Punktrichtern zählt, sorgt unter anderem dafür, dass diese Seite zeitnah mit Kampfergebnissen aus Baden "bedient" wird. Schon vor den Meisterschaften verabschiedeten die Gastgeber von Blau-Weiß um Bibi Kreutz ihr Trainer-Urgestein Heinz Weißhaar (76) mit allen Ehren.

 

Landesmeisterschaften in Pforzheim

Spannende Kämpfe vor rund 150 Zuschauern in der Jahnhalle / Hockenheimer Propp schlägt Bayrak nur knapp / Sorokin (KSC) überlegen 

Pforzheim. Die Finalkämpfe der Badischen Meisterschaften fanden am Sonntag in der Pforzheimer Jahnhalle statt. Erstmals seit zehn Jahren betrug die reguläre Kampfdauer wieder drei mal drei Minuten. Einer der Höhepunkte war das Leichtgewichtsduell zwischen Titelverteidiger Sinan Bayrak (Karlsruher SC) und Andreas Propp (BAC Hockenheim), dem zuletzt etwas von der Bildfläche verschwundenen Deutschen Meister von 2005. Hauchdünn und auch wegen konditioneller Schwächen etwas unsauber kämpfend schlug Propp (27) den 22-jährigen Karlsruher und startete damit sein Comeback. Propps Ziel sind die nationalen Titelkämpfe.

Folgendes war in der Pforzheimer Zeitung, die ansonsten voll des Lobes über die Veranstaltung und die Qualität der Kämpfe war, über Propps Kampf zu lesen: "Weniger schön war das Auftreten von Andreas Propp vom BAC Hockenheim im Leichtgewicht." Der Deutsche Meister von 2005 "zeigte im Finalkampf gegen Sinan Bayrak vom KSC alles, was man im Ring nicht sehen will." (Zitat PZ)

Obwohl Dimitri Sorokin, 20-jähriger DM-Dritter von 2007, für die diesjährigen nationalen Titelkämpfe in Straubing (22. bis 25. Oktober in Straubing) aufgrund internationaler Einsätze vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV) bereits gesetzt wurde, sollte er auf Wunsch seines Heimatvereins Karlsruher SC in Pforzheim antreten. Sorokin siegte sowohl im Halbfinale als auch im Finale klar und überlegen.

Der erhoffte "Knaller" im Schwergewicht: Landesmeister Andreas Becker (BSV Freiburg) schlug Avdi Asllani (Ringtrotters Überlingen) erneut.

Während es für die Männer der A-Klasse (Kämpfer mit mehr als sieben Siegen im Kampfpass) um die Qualifikation für die Süddeutschen Meisterschaften (4. Oktober in Friedrichshafen) ging, lösten einige U19-Boxer bei internen Ausscheidungskämpfen das Ticket für die Internationalen Süddeutschen Jugend-Meisterschaften (8./9. November in Spaichingen) knipsen.  Es siegten: Alexander Ochs (BC Schwetzingen) und Marco Grund (Karlsruher SC) jeweils überlegen. 

Die Ergebnisliste ist im Artikel unten anklickbar.

 

BCO ist Vizemeister

Der Bensheimer Dimitri Sorokin (KSC-Boxer im Ligatrikot des BCO, blau) setzte Alex Lais (Gotha) beim Heimsieg des BCO unter Druck.

1. Box-Bundesliga: 17:10-Kantersieg gegen Gotha / Velbert schlägt Berlin knapp mit 14:13

Nur einen Kampf von insgesamt neun Fights hat der BC Olympia Rhein-Neckar (BCO) beim Tabellenschlusslicht BC Wacker Gotha verloren: Mit einem 17:10-Kantersieg beendete der 2005 gegründete und seitdem jedes Jahr aufgestiegene Erstliganeuling seine erste Saison im Oberhaus.

Dank der Schützenhilfe von Hertha BSC Berlin darf sich der BCO auch über den Vizemeistertitel freuen: Die Hauptstädter verloren am letzten und entscheidenden Bundesligakampftag mit 13:14 knapp gegen den erneut triumphierenden Titelverteidiger Velberter BC. Der nunmehr siebenfache Rekordmannschaftsmeister beendet die Saison mit 9:3 Punkten vor dem BCO (8:4), Hertha BSC (7:5) und Wacker Gotha (0:12). Haarscharf schrammte Velbert am Debakel vorbei: Nur weil Berlins Olympiateilnehmer Jack Culcay-Keth wegen Tiefschlags disqualifiziert wurde, hieß es am Ende wieder: Sieg für den Rekordmeister. 

Eine empfindliche Niederlage erlitten die größtenteils unerfahreneren Wacker-Boxer: Lediglich Gothas ungarischer Mittelgewichtler Istvan Szili konnte gegen Halis Baran einen Siegpunkt verzeichnen. Denis Makarovs 21:0-Auftaktsieg schockte die Gastgeber. Als sich auch Gothas international erfahrener Federgewichtler Zsolt Hodosi dem BCO-Vizemilitärweltmeister Sandro Schaer mit 17:11 geschlagen geben musste, schien die Kampfmoral der Gothaer am Boden zu liegen.

BCO-Leichtgewichtler Artur Schmidt boxte sich bei seinem 31:3-Sieg den Frust über drei verpasste Olympiaquali-Chancen von der Seele. Gottlieb Weiss dagegen, der ebenfalls kein Ticket für Peking ergattern konnte, steckte die Enttäuschung wohl noch in die Knochen: Er lag nach zwei Runden gegen Peter Bäumler hinten, fand dann aber zu seiner Linie und gewann am Ende mit 22:13.

Mit einem Abbruchsieg in Runde drei gegen Weltergewichtler Dominik Preisner glänzte der junge Bensheimer BCO-Ligakämpfer Dimitri Sorokin, Dritter der Deutschen Meisterschaften vom Karlsruher SC. Sorokins Saisonbilanz ist damit makellos.

Auch Slawa Kerber (Halbwelter), Rinat Karimov (Welter neben Sorokin) und Erkan Teper (Schwer) fuhren Siegpunkte für den jubelnden BCO ein. Peter Jaschke

Alle Kämpfe des BCO bei BC Wacker Gotha (BCW)

54 Kilogramm: Denis Makarov (BCO) 21:0-PS ü. Michael Hensel (BCW); 57 Kilogramm: Sandro Schaer (BCO) 17:11 PS ü. Zsolt Hodosi (BCW); 60: Artur Schmidt (BCO) 31:3 PS ü. David Preisner (BCW); 64: Slawa Kerber (BCO) 15:12 PS ü. David Müller (BCW); 69: Rinat Karimov (BCO) Aufg.-S. R2 ü. Axel Brändel (BCW); 69: Dimitri Sorokin (BCO) RSC-S. R3 ü. Dominik Preisner (BCW); Istvan Szili (BCW) RSC-S. R3 ü. Halis Baran (BCO); 81: Gottlieb Weiss 22:13 PS ü. Peter Bäumler (BCW); 81+: Erkan Teper (BCO) Aufg.-S. ü. Dennis Streck (BCW).   

 

BCO schlägt Velbert in Schriesheim

BCO-Kapitän Gottlieb Weiss (links, Heimatverein BAC Hockenheim) schlug Robert Woge in einem spektakulären Fight mit 27:16 und fliegt am 6. April zur Olympiaqualifikation nach Athen.

Schriesheim. Der BCO besiegte den Titelverteidiger Velberter BC mit 14:13.

So sah es DBV-Pressesprecher Alexander Mazur in seiner Liga-Analyse für die bundesweite Presse: "BC Olympia Rhein-Neckar Heidelberg schafft die Sensation: Der Prestigekampf zwischen dem gastgebenden BC Olympia Rhein-Neckar Heidelberg und dem Titelverteidiger Velberter BC wurde überraschend vom Pokalsieger des vergangenen Jahres knapp mit 14:13 gewonnen. Die Olympiateilnehmer Rustam Rahimov und Wilhelm Gratschow (beide Velbert) siegten unangefochten, lediglich Konstantin Buga wurde als Verlierer eingereiht, denn er traf den Heidelberger Alexander Miller in der 1. Runde unter der Gürtellinie, also Tiefschlag, und wurde somit disqualifiziert.

Die Kandidaten für das letzte europäische Olympiaqualifikationsturnier in Athen, nämlich Artur Schmidt (BCO) und Gottlieb Weiss (BCO) sowie Harun Sipahi und Alexander Povernov (VBC) präsentierten sich jeweils in ansprechender Form und gewannen gegen starke Rivalen, so gelang Halbschwergewichtler Gottlieb Weiss (Heidelberg) die Revanche für die bei der DM erlittene Niederlage gegen Robert Woge recht eindrucksvoll. Superschwergewichtler Erkan Teper (Heidelberg), ein weiterer Athenstarter, unterlag gegen seinem Teamkollegen der Nationalmannschaft, Alexander Povernov, nur knapp (Zitat Ende)".

Als „Sieger des Tages“ bezeichnete Chefbundestrainer Helmut Ranze den 20-jährigen Bensheimer Dimitri Sorokin (Heimatverein Karlsruher SC). Der süddeutsche Meister im Limit bis 69 Kilogramm, der in seinem ersten Jahr in der Männerklasse auf Anhieb Dritter der nationalen Titelkämpfe 2007 wurde, schlug nämlich den erfahrenen Martin Dressen, den mehrfachen Deutschen Meister und WM-Bronzegewinner von 2003, in einem tollen Kampf mit 22:18.

Sorokin führte damit im sechsten von neun Kämpfen an diesem Abend den Gleichstand herbei. Wegen unerlaubten Tiefschlags wurde danach Olympiakandidat Konstantin Buga (Velbert) vom Ringrichter disqualifiziert, was dem für den erkrankten Halis Baran im ungewohnten Mittelgewicht eingesprungenen Alexander Miller (BW Lahr) den Sieg in Runde eins brachte.

Damit war der BCO auf der Siegerstraße, auch wenn BCO-Mann Erkan Teper am Ende gegen Velberts Alexander Povernov am Ende den Kürzeren zog.

 Hier alle Ergebnisse des Bundesligakampfes vor rund 700 Zuschauern in Schriesheim.

1

Jun70 kg

ROT BLAU

FROSCH Marcel KLEVENZ Tobias

WORM KSV

BLAU

PTS

35:14

2

54 kg

ROT BLAU

RAHIMOV Rustam GEIER Dieter

VELB BCO

ROT

RET

R2

3

57 kg

ROT BLAU

GRATSCHOW Wilhelm SCHAER Sandro

VELB BCO

ROT

PTS

30:15

4

60 kg

ROT BLAU

KOCABAS Hasnu SCHMIDT Arthur

VELB BCO

BLAU

PTS

32:24

5

64 kg

ROT BLAU

SIPAHI Harun KERBER Slawa

VELB BCO

ROT

PTS

25:10

6

69 kg

ROT BLAU

MOSES Odion KARIMOV Rinat

VELB BCO

BLAU

PTS

30:11

7

69 kg

ROT BLAU

DRESSEN Martin SOROKIN Dimitri

VELB BCO

BLAU

PTS

22:18

8

75 kg

ROT BLAU

BUGA Konstantin MILLER Alexander

VELB BCO

BLAU

DSQ

R1

9

81 kg

ROT BLAU

WOGE Robert WEISS Gottlieb

VELB BCO

BLAU

PTS

27:16

10

+81 kg

ROT BLAU

POVERNOV Alexander TEPER Erkan

VELB BCO

ROT

PTS

12:7

 

Der Oberligakampf des BCO II gegen Chemnitz endete ebenfalls in Schriesheim 11:11.

1

Jg60 kg

ROT BLAU

DANILOW Pawel KUZEMBAEW Dias

SCPF KSV

BLAU

PTS

23:12

2

54 kg

ROT BLAU

BEBLIK Ronny GASHI Kasim

CHEM BCO

ROT

PTS

25:20

3

57 kg

ROT BLAU

GORK David SCHMIDT Eduard

CHEM BCO

BLAU

RET

R2

4

60 kg

ROT BLAU

HÄNSEL Toni GRUND Marco

CHEM BCO

BLAU

PTS

24:8

5

64 kg

ROT BLAU

HÄUßEL Rene YÖRECI Aytekin

CHEM BCO

BLAU

PTS

30:19

6

69 kg

ROT BLAU

ZIPPER Robin MOUSSAOUI Yassine

CHEM BCO

ROT

PTS

36:20

7

75 kg

ROT BLAU

BENIRSCHKE Rene KART Mehmet

CHEM BCO

ROT

PTS

29:17

8

81 kg

ROT BLAU

BÖRNER Benjamin BAYRAMI Kenan

CHEM BCO

BLAU

PTS

30:22

9

+81 kg

ROT BLAU

WASILEW Albert PFEIFER Erik

CHEM BCO

BLAU

RET

R4

Auch Boxer am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar ausgezeichnet

Damit darf sich auch das Boxen am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar nun schmücken: Dessen Strukturen sowie BC Olympia und BAC Hockenheim boten "ideale Voraussetzungen" für ein Regionales Spitzensportzentrum

BC Olympia und BAC Hockenheim stärken Regionales Spitzensport-Zentrum des Landessportverbands

Heidelberg. Der Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg wurde am 18. Januar vom Landessportverband (LSV) offiziell zum Regionalen Spitzensport-Zentrum (RSZ), unter anderem für die Sportart Boxen, ernannt. Es ist dies die höchste Auszeichnung eines Leistungszentrums in Baden-Württemberg.

Das dem RSZ zugrunde liegende Konzept soll den Übergang von Nachwuchssportlern aus dem Landes- in den Bundeskader erleichtern. Bei diesem schwierigen Schritt seien bislang viele talentierte Athleten in ein Förderloch gefallen, wie LSV-Chef Dieter Schmidt-Volkmar ausführte. Die bundesweit einmaligen RSZ-Standorte in Baden-Württemberg erhielten dafür zusätzliche Fördermittel. Das Prädikat erleichtere es auch, Sponsoren zu gewinnen.

Regionale Spitzensportzentren sind laut LSV Trainings-, Service-, Management- und Betreuungseinrichtungen für den Nachwuchsleistungs- und den Spitzensport. In diesen werden zur Konzentration der Förderanstrengungen die besten Nachwuchsathleten zusammengefasst, die Förderbedingungen optimiert und die personellen und materiellen Mittel gezielt eingesetzt.

Dank Partnerschulen und OSP-Internat seien in Heidelberg wichtige Voraussetzungen für ein RSZ gegeben. Ideale Partner stellten auch die leistungsstarken Vereine des „Hochburgen-Standorts“ dar, nämlich unter anderem Box-Club Olympia Rhein-Neckar und BAC 55 Hockenheim.

Als „Paradebeispiel“ nannte OSP-Chef Hans Leciejewksi die Boxer der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg: Es sei den Verantwortlichen hervorragend gelungen, Trainer aus verschiedenen Landesverbänden zu rekrutieren und zu bezuschussen.

Eindrücke von den badischen Titelkämpfen in Pforzheim

Lokalzeitung lobt Dimitri Sorokins Kampfstil / Isik sieht sich bestärkt 

Pforzheim. Bei den Badischen Meisterschaften, erstmals und tadellos ausgerichtet vom BC Pforzheim um Ayhan Isik, holten bzw. verteidigten Michael Loginov (KSC), Dimitri Sorokin (KSC), Alexander Wilhelm (BW Lahr), Andreas Becker (BSV Freiburg) und Sezer Ülker (Kampfsport Lahr) vor rund 250 bis 300 Zuschauern die Titel in der A-Klasse der Kämpfer mit mehr als sieben Siegen. Bei den Frauen siegte Claudia Grammelspacher (BSV Freiburg). Sie alle vertreten Baden neben den erneut kampflos Landesbesten Sinan Bayrak (KSC), Sergej Nurislamov (KSC) und Tasheena Bugar (KSC) bei den "Süddeutschen" in Bamberg (10. November).  In der B-Kategorie setzten sich Saritas (BR Knielingen), Bartel (BR Knielingen), Pflaum (AC Weinheim), Below (BC Eppingen) und Zoller (AC Weinheim) durch. Für die Internationalen Süddeutschen Juniorenmeisterschaften in Peißenberg (3./4. November) qualifizierten sich in zwei Vorkämpfen Marco Grund (KSC) und Dieter Walter (RW Lörrach). Zwei nette Nummerngirls zeigten in der Jahnhalle die Runden an. Es gab eine sehenswerte HipHop-Aufführung und Einmarschmusik für die Kämpfer. Der Lapsus, dass die rote und die blaue Ringecke anfangs verkehrt herum gekennzeichnet waren, wurde schnell behoben. Dann befand sich die rote Ecke links des Sprechertischs. Am Mikrofon: Werner Kranz, der ABVB-Präsident. Der angekündigte Pforzheimer Ex-Champ René Weller war zwar für einige Zeit anwesend, musste seinen geplanten Mitternachtsshowkampf (ausdrücklich nach der ABVB-Veranstaltung vorgesehen) wegen Fiebers absagen. Im Publikum weilte unter anderem auch "Bibi" Kreutz, der Chef von BW Pforzheim, in seiner Eigenschaft als Kreissport-Funktionär. Peter Jaschke

P.S.: Die "Pforzheimer Zeitung" schrieb unter anderem:   

"Eines der technisch besten Gefechte des Abends lieferte zweifellos KSC-Boxer Dimitri Sorokin. Der süddeutsche Junioren-Meister dominierte im Weltergewicht (69 Kilogramm) der Männer seinen ungestümen Widersacher Fethi Gören nach Belieben und räumte verdient den Titel ab." Auch Gastgeber Ayhan Isik schwärmte laut PZ-Reporter in vollen Zügen vom leichtfüßigen Stil des BCO-Erstligaboxers und kündigte nach der Premieren-Veranstaltung seines Vereins an: „Das war sicher nicht unsere letzte Box-Gala.“

Kadetten-DM: Bronze für Mazara und Gering

Mecklenburgs Nachwuchs räumt in Wismar ab / Württembergs Geier holt einen Titel

Wismar. Vierzehn der zwanzig Landesverbände teilten die Medaillen unter sich auf, wie DBV-Pressewart Alexander Mazur analysierte. Der gastgebende Landesverband holte wie schon bei den Junioren-Titelkämpfen in Altentreptow die meisten Medaillen, nämlich elf der in den 15 Gewichtsklassen zu erboxenden 60 Medaillen. Erste Plätze belegten laut Mazur ferner Mittelrhein, Berlin, Bayern (je zweimal), Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niederrhein, Württemberg, Westfalen und Schleswig-Holstein (je einmal).

Und Baden? Andreas Mazara (BSV Freiburg) holte mit einem Sieg und einer Niederlage immerhin Bronze. Für die noch relativ unerfahrenen Boxer Gering (nach einer Niederlage reichte es bei nur vier Teilnehmern in diesem Limit ebenfalls für Bronze) und Bellmann war schon die Teilnahme an den DM ein Erfolg.

Hier die Ergebnisse der ABVB-Kämpfer im Einzelnen:

57 Kg: David Wolter BB - 34:22 PS über Marco Grund (Karlsruher SC)

70 Kg: Andreas Mazara (BSV Freiburg) - 25:16 PS über S. Wagner NR, Albert Becker SH - 22:08 PS über Andreas Mazara.

86 Kg: Dietrich Morosow BB - 20:10 PS über Eduard Gering (BC Weil)

+86 Kg: Paul Gneidig NS - RSC-S. 1.R. über Vladimir Bellmann (BC Singen)

Bester Kämpfer: Jacob Dolu (Berlin), Bester Techniker: Eduard Schmidt (Bayern), Knappster Verlierer: Erich Fuhr (Württemberg), Jüngster Finalist: Alexej Bludow Brandenburg), Bester Landesverband: Mecklenburg-Vorpommern.

Badens Nachwuchs glänzt in Sachsen

Roßwein. Riesenerfolg für Badens Youngster bei den Süddeutschen Titelkämpfen ums Ticket für die nationalen Meisterschaften: Mit neun Goldmedaillen kehrte die 17-köpfige Gruppe aus Rosswein (Sachsen) zurück. Außerdem gab es vier Vizemeistertitel (Kadetten: Aron Kornmeier, BSV Freiburg; Junioren: Frederic Häfele, KSC; Benedikt Probst, BC Singen; Jugend: Vladimir Bellmann, BC Singen) und vier Mal Bronze (Kadetten: Dimitri Abramovic, BC Singen; Junioren: Kevin Kraus, Klettgau Tiengen; Alexander Ochs, BC Schwetzingen; Stanislaw Kindsvater, BAC Fortuna Offenburg) für den ABVB. Das heißt in der Gesamtwertung Platz eins vor Württemberg, Sachsen und Bayern.

Süddeutscher Meister des ABVB wurden jeweils in der Jugendklasse (U19, vormals Junioren): Eduard Gering (BC Weil), Andreas Mazara (BSV Freiburg), Prabhpreet Aujla (BC Schwetzingen) und Marco Grund (KSC). Titelträger Dieter Walter (TSV RW Lörrach) wurde obendrein bester Techniker unserer U19-Boxer.

Junioren (vormals Kadetten): Simon Strohmeyer (BC Singen), Tobias Klevenz (KSV Schriesheim); Kadetten (vormals Jugend): David Eberle (BR Knielingen) und Patric Hill (KSV Konstanz).

Bei den kommenden Deutschen Meisterschaften ist der ABVB also mit fünf Kämpfern in der Altersklasse Jugend (vormals Junioren also U19) und je zwei in der Altersklasse Junioren (vormals Kadetten) und Kadetten (vorm. Jugend) vertreten.

DM der Altersklasse Jugend (Jahrgang 1990/91) vom 23.-26.04.2008 in Straubing/Bayern 

60 kg    Marco Grund                           Karlsruher SC

64 kg    Dieter Walter                          TSV RW Lörrach

69 kg    Prabhpreet Singh Aujla            BC Schwetzingen

75 kg    Andreas Mazara                      BSV Freiburg

91 kg    Eduard Gering                         BC Weil

DM der Altersklasse Junioren (Jahrgang 1992/93) vom 21.-24.05.2008

in Bad Blankenburg/Thüringen

66 kg    Simon Stromeyer                     BC Singen

70 kg    Tobias Klevenz                         KSV Schriesheim

50 kg    Benedikt Probst                         BC Singen  (als Auffüller beantragt)

DM der Altersklasse Kadetten (Jahrgang 1994/95) vom 05.-08.06.2008 in Lindow/Brandenburg

38 kg    David Eberle                          BR Knielingen

42 kg    Patric Hill                               KSV Rheinstrom Konstanz 

 

Chemiepokal: Alex Miller holt Gold

So wie gegen Velberts Deutschen Meister Merjasov jubelte Miller (BW Lahr), hier im BCO-Ligatrikot, jetzt auch in Halle: Er gewann gegen Velberts Culcay im Finale des Chemiepokalturniers (Bild: Jaschke)

Topturnier in Halle unter ABVB-Beteiligung / Lahrer schlägt Culcay

Das ist der Hammer: Alexander Miller (BW Lahr) ist Chemiepokal-Sieger im Weltergewicht. Der Toptechniker hat das deutsch-deutsche Finale gegen Velberts Bundesligaboxer Jack Robert Culcay (TG Darmstadt) mit 19:15 nach Punkten gewonnen. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) schied bei seinem ebenfalls ersten Auftritt bei den Mini-WM in Halle im Halbfinale aus: Er verlor gegen den kasachischen Weltmeister Janabergenov mit 9:15 nach Punkten. Es blieb bei Bronze für Weiss. Dem starken Janabergenov unterlag dann auch Robert Woge (BW Könnern) mit 8:21 im Halbschwergewichtsfinale. Die weiteren deutschen Sieger neben Badens Miller, der 2004 Europameister der Kadetten war: Ronny Beblik, Rustam Rahimov, Konstantin Buga, Alexander Povernov.

Und so berichtet die Internetseite www.chemiepokal.de: "Bester Boxer des Turniers wurde Serik Sapiyev (Kasachstan) - schon seine Halbfinalbebegnung hatte angedeutet, dass er nichts anbrennen lassen wollte. Für die beste kämpferische Leistung wurde Rustam Rahimov (Velberter BC) im Bantamgewicht geehrt.

Fünf von dreizehn deutschen Athleten gewannen ihre Finalkämpfe und stellten damit nach mehr als einem Jahrzehnt wieder die Hälfte aller Chemiepokalgewinner in einem Turnier. Das ist nicht nur für die Zuschauer ein gutes Ergebnis, sondern auch für Sportler und Trainer eine wichtige Standortbestimmung vor der WM 2007 in Chicago."

Anzumerken bleibt: Russland und Kuba waren diesmal nicht in Halle dabei.

 

Bronze für Weber und Jätzold

DM der Junioren: U-19-Boxer von BW Lahr scheitern im Halbfinale

Altentreptow. Die beiden badischen Teilnehmer bei den Junioren-DM in Altentreptow (Mecklenburg-Vorpommern) gehören zu den besten vier Boxern ihrer jeweiligen Gewichtsklasse: Nach Halbfinalniederlagen gegen Titelverteidiger und international erfahrene Leute wie Edmund Gerber bleibt es bei Fliegengewichtler Andreas Weber (BW Lahr) und Superschwergewichtler Max Jätzold (BW Lahr, vormals BC Riegel) bei Bronze. "Eine super Organisation", lobte Trainer Stefan Leuthner (BW Lahr) die Ausrichter. Das Turnier habe auch ihm und Olympiastützpunkt-Coach Zoltan Lunka "richtig Spaß gemacht". Peter Jaschke

Kranz und Co. in Ämtern bestätigt

Vizepräsident Bernd Sitterle (links) ehrte Knoblauch, Knöpple, Rahm und Fischer mit Goldenen Ehrennadeln des DBV

Harmonischer Verbandtstag im "Grünen Baum" in Lahr / Ehrungen

Beim Verbandstag in Lahr wurden alle Vorstandsmitglieder des ABVB um Präsident Werner Kranz (Schriesheim) einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Für Fritz Schupp ließ sich kein Nachfolger finden. Der alte und neue Jugendwart aus Bad Säckingen kandidiert am 30. Juni für den Posten des Präsidenten des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV). Im wahrscheinlichen Falle seiner Wahl würde Schupp, derzeit DBV-Vizepräsident, von Stefan Leuthner (Lahr), Jürgen Müller (Karlsruhe-Knielingen) und Gerhard Grether (Lauchringen) unterstützt.

Der neue Verbandsarzt heißt Bernhard Nimis (Wiesloch). Er löst Dr. Yaris Gräfin von Buxhövenden nach zwölf Jahren ab. Nimis ist zugleich Dopingbeauftragter des ABVB.

Künftig ist das Fachmagazin Box-Sport kein amtliches Mitteilungsorgan mehr, da der Amateursport kaum noch darin vertreten sei, wie Schupp eine der Satzungsänderungen begründete. Bekanntmachungen des ABVB erfolgen fortan als Rundschreiben, möglichst per Fax und Internet.

Der DBV erhöht die Beiträge. Jeder Landesverband soll in zwei Stufen bis 2009 voraussichtlich jeweils 50 Euro mehr zahlen pro Verein. Diese Erhöhung wird an die Klubs weitergegeben.

Kampfrichter-Obmann Lothar Knöpple (Forst) betonte, dass die dritten Männer und Frauen im Ring stärker auf die Einhaltung des Paragraphen 27 der Wettkampfbestimmungen achten: Auf den Treppen zum Ring habe während des Kampfes kein Sekundant etwas zu suchen. Wenn seitens der Trainer und Betreuer zu oft hinein geschrieen werde, setze es konsequent Verwarnungen und schließlich Hausverbote.

Ehrungen (siehe Bild): Goldene Ehrennadeln des DBV nahmen, soweit anwesend, Rolf Knoblauch (BC Ketsch), Hans Fischer, Manfred Rahm (beide BC Heidelberg), Lothar Schwaiger (AC Weinheim), Lothar Knöpple (Karlsruher SC), Albert Engelkraut (Karlsruher SC), Peter Kölmel (PSV Karlsruhe) und Erich Maier (BR Klettgau-Tiengen) aus der Hand von ABVB-Vizepräsident Bernd Sitterle (Freiburg) entgegen. Tyson Gray (Karlsruher SC) erhielt in Abwesenheit die silberne Ehrennadel des DBV.

Wangen: Acht Titel für Baden

Die Siege der badischen Nachwuchsboxer bei den Süddeutschen Meisterschaften in Wangen (Württemberg)

Jugend, 38 kg: Patrick Hill (KSV Rheinstrom Konstanz) RSC-Sieg R. 1 ü. Eric Dietze (Sachsen), 46 kg: Benedikt Probst (BC Singen, 46) Aufgabesieg R2 gegen Mohamed Maher (Württemberg); Kadetten: 54: Alexander Ochs (BC Schwetzingen) 19:13-PS ü. Denis Volkov (Sachsen), 57: Marco Grund (Karlsruher SC, 57) 16:3-PS ü. Wilhelm Kublik (Bayern), 70: Andreas Mazara (BSV Freiburg) 18:11-PS ü. Gleb Bojarinow (Sachsen), +86: Vladimir Bellmann (BC Singen) RSC R1. ü. Andreas Langlortz (Sachsen); Junioren, 51: Andreas Weber (BW Lahr) 15:14-PS. ü. Sergej Davidenko (Bayern), +91: Maximilian Jätzold (BC Riegel) RSC R2 ü. Felix Schulte (Sachsen).

Hill (KSV Rheinstrom-Konstanz, Jugend), Grund (KSC), Mazara (BSV Freiburg) und Bellmann (BC Singen, alle Kadetten) sowie die Junioren Weber (BW Lahr) und Jätzold (BC Riegel) wurden durch jeweils einen siegreichen Kampf süddeutsche Meister und reisen zu den DM in ihren Altersklassen. Auch die Kadetten Philipp Vogler (BC Müllheim) und Eduard Gering (BC Weil) kamen zu Titelehren. Nach Siegen im Halbfinale mussten sich Abramovic und Probst (Jugend, beide BC Singen), Danilov (SC Pforzheim) und Ochs (BC Schwetzingen, beide Kadetten) im Titelkampf jeweils erfahreneren Leuten geschlagen geben oder konnten verletzt wie Ochs gar nicht erst antreten. Sie dürfen sich aber ebenso wie Denis Craciun (BW Lahr, Kadett) mit der Silbermedaille trösten. Glückwunsch an alle! 30 ABVB-Jungs waren insgesamt in Wangen angetreten. Peter Jaschke

BC Olympia Rhein-Neckar gewinnt Super-Cup

So jubelte das BCO-Team mit dem Sieger-Pott

Leimen-St.Ilgen: Losglück nach Remis gegen Velberter BC  

Vor rund 350 restlos begeisterten Zuschauern, darunter 50 Fans der Gegner aus Velbert, holte der Zweitligameister am Samstagabend in St. Ilgen zunächst ein 12:12-Remis gegen den fünffachen Oberhaus-Primus Velberter BC. Danach entschied Münzwurf. Und das Team um Ligamanager Roland Kubath jubelte. Sogar die Gegner zogen den Hut vor diesem Team. „Wenn der Meister der Zweiten Liga gegen uns ein Unentschieden holt, dann hat er das eigentlich schon gewonnen“, urteilte Velberts Chefcoach Hennie van Bemmel. Auch er fand den Kampf von Alexander Miller mit am besten. Der BCO-Weltergewichtler vom Heimatverein BW Lahr schlug den Deutschen Meister Artem Merjasov mit 46:31 Punkten. Ausnahmslos alle BCO-Athleten waren gut vorbereitet und hochmotiviert.

Die Ergebnisse im Einzelnen:
54 kg: Rahimov (VBC) 19:13 PS ü. Makarov (BCO/ BSF Bottrop)
57 kg: Fuchs (BCO/ BC Bad Kreuznach) 39:24 PS ü. Gratschow
60: Schaer (BCO) 23:21 PS ü. Propp (VBC/ BAC Hockenheim)
64: Dreßen (VBC) 31:24 PS ü. Sorokin (BCO/ Karlsruher SC)
69: Miller (BCO/ BW Lahr) 46:31 PS ü. Merjasov
75: Serdjoek (VBC) 63:26 PS ü. Härtel (BCO)
81: Woge (VBC) 32:22 PS ü. Cinkara (BCO/ BC Schifferstadt)
81+: Tomala (BCO) 31:20 PS ü. Boot.

Weiss fliegt nach Chicago, Propp ist draußen

Die Sieger der Adidas-Boxgala des DBV in Heidelberg: Weiss ist der Zweite von links in der hinteren Reihe.

Tolle Boxgala am OSP in Heidelberg / Krauses Traum noch nicht geplatzt

Heidelberg. Der 20-jährige Militärweltmeister Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) fliegt zu den WM nach Chicago. Als die Hockenheimer Fans "ihren" Gottlieb mit Trommeln zum direkten Duell zwischen den beiden besten deutschen 81-Kilogramm-Kämpfern begrüßten, erklangen vom Zuschauerblock nebenan die „René“-Chöre. Am letzten Tag des allseits gelobten Drei-Länderkampfs am OSP war zumindest bei dieser Begegnung fast so viel Stimmung in der mit immerhin rund 400 Zuschauern gefüllten großen Halle des Olympiastützpunkts wie am Vorabend. Da hatte ein gutes Dutzend Mannheimer Freunde um den Bruder von Kenneth Egan aus dem irischen Team in Irland-Trikots und riesigen grünen Boxhandschuhen für ausgelassene Pub-Atmosphäre gesorgt. Irlands Darren Sutherland wurde bester Boxer des allseits gelobten Turniers, während Frankreich erwartungsgemäß die meisten Siege errang.  

Aufgrund einiger Blessuren in allen Lagern mussten etliche Boxer am letzten Tag passen, als eigentlich Deutschland I und II komplett aufeinander treffen sollten. So traten nur jeweils sechs anstelle von zehn Athleten an. Doch Ronny Beblik (BC Chemnitz) bewies gegen Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde), dass er im Fliegengewicht Deutschlands Nummer eins ist. Auch Alexander Povernov (BC Gifhorn), der WM-Dritte im Schwergewicht von 2005, und der superschwere Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) unterstrichen mit klaren Siegen deutlich ihre nationale Vorherrschaft. Allerdings gefiel der bewegliche Erkan Teper in der Klasse über 91 Kilogramm vielen Beobachtern boxerisch besser.

Schon an den ersten beiden Kampftagen hatte beispielsweise auch der hervorragende Techniker Jack Culcay-Keth (TG Darmstadt) klar gemacht, dass er unter anderem neben Vizeweltmeister Rustam Rahimov (Velberter BC) zum zehnköpfigen WM-Aufgebot gehört. Der Kaiserslauterer Rahimov konnte wegen einer schmerzhaften Prellung mit Nervenquetschung an der rechten Schlaghand nicht ins Geschehen eingreifen. Laut Ranze ist der Olympiadritte von 2004 bis zur WM wieder fit. Sein nationaler „Kronprinz“ im Bantamgewicht, Denis Makarov (Bottrop/ BC Olympia Rhein-Neckar), erwies sich bei allem Talent noch nicht als WM-reif.

Und Weiss? Er machte es spannend. Am Ende der dritten Runde stand es 4:5 für den cleveren René Krause, der flitzte und flitzte. Das Publikum stand Kopf. Erst in der letzten von vier Runden ging dem Leverkusener die Puste aus. „Da habe ich seine Schläge, die vorher überfallartig trafen, kommen sehen.“ Jetzt gelang es Weiss, der nach seinen Rückenproblemen noch nicht in Topform war, die nötigen Treffer zu setzen. Riesenjubel bei den Weiss-Anhängern, als der 12:8-Punktsieg auf der Anzeigetafel stand.

Strahlend fiel der 20-jährige Teamkapitän des gastgebenden BC Olympia Rhein-Neckar Bundestrainer Vladimir Pletnev (Schwetzingen) um den Hals. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Pletnev. Bevor es am 3. September zu einem letzten internationalen WM-Test nach Rumänien geht, kann auch er bei den geliebten Spaziergängen im Schwetzinger Schlosspark wieder Kräfte sammeln. Krauses Traum von Olympia 2008 ist noch längst nicht geplatzt: es gibt 2008 noch Qualiturniere, falls Weiss in Chicago scheitern sollte. Dagegen hat Andreas Propp (BAC Hockenheim) wohl allen Kredit verspielt. Er verlor zwei Kämpfe, zeigte sich im Ring konzeptlos und konnte "seine letzte Chance" (Sportdirektor Ranze) leider nicht nutzen. Peter Jaschke

 

Adidas-Boxgala: Weiss für WM nominiert

Heidelberg. Bei der Adidas-Boxgala wurde Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar) nach seinem Sieg über René Krause nominiert: Beim Länderkampf in Heidelberg ging es um die Tickets für die Weltmeisterschaften (WM) ab 23. Oktober in Chicago (USA). Im Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar kämpften Deutschlands Beste in zehn Gewichtsklassen um ihre Nominierung und verglichen sich mit den Nationalstaffeln Irland Und Frankreich. Die WM sind das erste Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2008. Die Ergebnisse der vom BC Olympia Rhein-Neckar ausgerichteten DBV-Boxgala hier: 

SAMSTAG

Deutschland I gegen Deutschland II endet 8:2. Rahimov, Schmidt, Miller traten verletzungsbedingt nicht mehr an. Weiss schlägt Krause 12:8 und wird von DBV-Sportdirektor Ranze für die WM nominiert. Außerdem voraussichtlich in Chicago dabei: Beblik, Rahimov, Herfurth, Schmidt, Dressen, Culcay-Keth, Buga, Weiss, Povernov und Köber.

51 Kilogramm: Ronny Beblik (BC Chemnitz) 32:17-PS ü. Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde)

57 Kilogramm: Benni Fuchs (Bad Kreuznach/ BCO) 12:11-PS ü. Denis Makaraov (BSF Bottrop)

60 Kilogramm: Jean Gomis (F, für D I) 15:6-PS ü. Eugen Burhardt (Raspo Osnabrück

81 Kilogramm: Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar) 12:8-PS ü. Rene Krause (Bayer Leverkusen)

91 Kilogramm: Alexander Povernov (BC Gifhorn) 23:6-PS ü. Lukas Schulz (Bahrenfelder SV)

über 91 Kilogramm: Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) 19:8-PS ü. Erkan Teper (BSK Ahlen)

Frankreich gegen Irland endet 10:2. Frankreich bestes Team des Turniers. Darrell Sutherland (Irland) bester Boxer des Turniers.

FREITAG

Frankreich gegen Deutschland II endete 10:2. Krause siegt. Culcay-Keth schlägt auch Noel. Auch Herfurth scheitert an Djelkhir.

51 Kilogramm: Jerome Thomas 20:13-PS ü. Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde)

54 Kilogramm: Ali Halab 23:14-PS ü. Denis Makaraov (BSF Bottrop)

57 Kilogramm: Khedafi Djelkhir Aufg.-S. R4 ü. Marcel Herfurth (SV Halle)

60 Kilogramm: Daouda Sow 22:6-PS ü. Eugen Burhardt (Raspo Osnabrück)

64 Kilogramm: Adriani Vastine 36:12-PS ü. Rafi Harutunyan (NL, für D II)

69 Kilogramm: Jack Culcay-Keth (TG Darmstadt) 22:15-PS ü. Xavier Noel;

75 Kilogramm: Samy Anouche RSC-I-S. ü. Dimitri Serdjoek (Niederlande, für D II))

81 Kilogramm: Rene Krause (Bayer Leverkusen) 24:11-PS ü. Daniel Kooy (NL, für F)

91 Kilogramm: Jean-Michael M´Bumba 28:18-PS ü. Lukas Schulz (Bahrenfelder SV);

über 91 Kilogramm: Erkan Teper (BSK Ahlen) 24:11-PS. ü. Erik Pfeifer (D, für F).

Irland gegen Deutschland I endete 12:6. Trotz Niederlage: Weiss liefert Egan starken Kampf. Propp verliert enttäuschend 5:29. Lob für Bebliks zweiten Sieg.

51 Kilogramm: Ronny Beblik (BC Chemnitz) 29:9-PS ü. Conor Ahern

57 Kilogramm: Carl Framton 26:16-PS ü. Benni Fuchs (Bad Kreuznach/ BCO)

57 Kilogramm: David O. Joyce 29:5-PS ü. Andi Propp (BAC Hockenheim)

60 Kilogramm: Eric Donovan 23:12-PS ü. Sandro Schaer (BC Demmin/ BCO)

64 Kilogramm: John Joe Joyce 23:20-PS ü. Martin Dreesen (BSC Schwerin)

69 Kilogramm: Jauid Chiguer (F, für Irl) Aufg.-S. R4 ü. Alex Miller (BW Lahr/ BC Olympia Rhein-Neckar)

75 Kilogramm: Darren Sutherland 31:19-PS ü. Konstantin Buga (NSF Berlin)

81 Kilogramm: Kenneth Egan 15:12-PS ü. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar)

91 Kilogramm: 27:10-PS ü. John Sweeney

über 91 Kilogramm: Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) 23:11-PS ü. Cathad McMonagle.

DONNERSTAG

Auftaktkampf Irland gegen Deutschland II (Sieger vorne) endete 14:2 für Deutschland II. Auftakt nach Maß für DBV. Krause schlägt Egan (Irland).

48 Kilogramm: Nordine Oubaali (Frankreich, für Deutschland II) 25+:25-Punktsieg über Paddy Barnes (Irland);

51 Kilogramm: Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde) 23:8 PS ü. Conor Ahern;

54 Kilogramm: Denis Makaraov (BSF Bottrop) 24:15-PS ü. Ryan Lindbergh;

57 Kilogramm: Marcel Herfurth (SV Halle) 21:15-PS ü. Carl Framton

60 Kilogramm: Eric Donovan 37:10-PS ü. Eugen Burhardt (Raspo Osnabrück);

64 Kilogramm: John Joe Joyce 26:17-PS ü. Adriani Vastine (Frankreich, für D II);

69 Kilogramm: Jack Culcay-Keth (TG Darmstadt) 15:8-PS ü. Roy Sheehan;

75 Kilogramm: Darren Sutherland 22:16-PS ü. Dimitri Serdjoek (Niederlande für D II);

81 Kilogramm: Rene Krause (Bayer Leverkusen) 15:12-PS ü. Kenneth Egan;

91 Kilogramm: Lukas Schulz (Bahrenfelder SV) John Swenney

über 91 Kilogramm: Cathad McMonagle Erkan Teper (BSK Ahlen)

Frankreich gegen Deutschland I endete 10:10. Sieg für Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar). Miller (BW Lahr/ BCO) verliert leider. Propp chancenlos gegen Djelkhir: Aufgabe im Hinblick auf zwei weitere Kämpfe vernünftig.

51 Kilogramm: Ronny Beblik (BC Chemnitz) 17:16 PS ü. Jerome Thomas;

54 Kilogramm: Ali Halab 33:12-PS ü. Benjamin Fuchs (Bc Bad kreuznach/ BC Olympia Rhein-Neckar);

57 Kilogramm: Khedafi Djelkhir Aufg.-S. ü. Andreas Propp (BAC Hockenheim);

60 Kilogramm: Daouda Sow RSC-I-S. ü. Artur Schmidt (VfB Marl-Hüls)

64 Kilogramm: Alexis Vastine 18:17-PS ü. Martin Dreesen (BSC Schwerin);

69 Kilogramm: Xavier Noel 18:11-PS ü. Alex Miller (BW Lahr/ BC Olympia Rhein-Neckar);

75 Kilogramm: Konstantin Buga (NSF Berlin) Aufg.-S. R2 ü. Jean-Michael Raymond;

81 Kilogramm: Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia) Aufg.-S. ü. Mamadou Diambang;

91 Kilogramm: Alexander Povernov (BC Gifhorn) RSC-S. R3 ü. Jean-Michael M´Bumba;

über 91 Kilogramm: Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) RSC-S. R2 ü. Mohammed Samoudi.

 

Auf geht´s, Andi Propp!

Zwei ABVB-Boxer bei den WM: Andi Propp (rechts) und Gottlieb Weiss, hier mit BAC-Coach Hiegl, könnten einen Traum wahr machen.

Auch Gottlieb Weiss will bei Boxgala in Heidelberg WM-Ticket lösen / Zwei ABVB-Boxer in Chicago, ein Traum?

Bei Andreas Propp (26) war es die Hand, Gottlieb Weiss (20) quälte der Rücken: Die beiden Meisterboxer des BAC Hockenheim aus den Reihen des ABVB mussten in den vergangenen Monaten verletzungsbedingt Rückschläge verkraften. Die Konkurrenz schlief nicht. Jetzt geht es ums Ganze: Bei der Boxgala in Heidelberg mit den Besten aus Deutschland, Frankreich und Irland müssen sich auch die beiden Rennstadt-Kämpfer gegen ihre deutschen Rivalen durchsetzen. Denn nur die jeweilige Nummer eins in zehn Gewichtsklassen (Fliegen- bis Superschwergewicht) fliegt zu den Weltmeisterschaften (WM) nach Chicago (USA) vom 23. Oktober bis 3. November.

„Wer sich bei der Gala durchsetzt, geht zur WM“, betonte Helmut Ranze (Worms), der Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV). Heidelberg-Chicago-Peking: Das wäre die optimale Marschroute für die Hockenheimer „Sportsoldaten“ der Bundeswehr, die 2002 (Propp) und 2006 (Weiss) jeweils Militärweltmeister wurden. Bei den kommenden WM qualifizieren sich nämlich vom Halbfliegen- bis zum Halbschwergewicht nur diejenigen schon frühzeitig direkt für die Olympischen Spiele 2008, die mindestens das Viertelfinale erreichen.

Schwer genug. Und deshalb wollen auch „Feder“ Propp und der halbschwere Weiss in Heidelberg ihre WM-Tickets lösen. „Beide haben in der Vergangenheit einige Klasse bewiesen“, unterstrich Ranze. Propp habe bei den WM 2005 in China sogar das Viertelfinale erreicht. Zwischenzeitlich habe es Propp jedoch an Ehrgeiz und Biss fehlen lassen, lässt Ranze durchblicken. Dabei ist der nationale Federgewichtsmeister von 2005 wegen seines großen Kämpferherzens bei den Fans so beliebt: "Auf geht´s, Andi Propp", möchte man ihm zurufen. 

Der Modus bei der WM-Quali in Heidelberg: In jedem Limit kämpft jeder gegen jeden. Drei Punkte gibt es pro Sieg. Bei Zählergleichstand entscheidet die Wertigkeit der jüngsten internationalen Erfolge. Und dabei hat im Halbschwergewicht bis 81 Kilogramm derzeit noch der Leverkusener Rene Krause mit seiner Grand-Prix-Goldmedaille aus Usti die Nase vorne. „Gottlieb Weiss muss sich noch strecken. Er ist hoffentlich aufgewacht und hat erkannt, dass weit mehr als sein unbestritten großes Talent dazu gehört, um international erfolgreich zu sein“, erklärte Ranze nach Weiss´ Niederlage gegen einen schlagbaren Gegner beim Chemiepokalturnier in Halle und dem kampflosen Ausscheiden von Weiss in Vigo (Spanien). Woran lag es? Weiss laborierte lange an Rückenbeschwerden. Nach einer intensiven Reha-Behandlung ist jetzt aber gesundheitlich angeblich „alles im grünen Bereich“. Peter Jaschke

Info: Boxgala im Heidelberger Olympiastützpunkt: Donnerstag, 23. August, 15h, Irland gegen Deutschland II, 19.30h: Frankreich gegen Deutschland I (mit Propp und Weiss sowie Alex Miller vom BC Olympia Rhein-Neckar); Freitag, 24.8., 15h: Frankreich gg. Deutschland II (mit Makarov und Schaer vom BCO), 19.30h: Irland gegen Deutschland I; Samstag, 25.8., 15h: Frankreich gegen Irland; 19.30h: Deutschland I gegen Deutschland II (mit Herfurth und Krause sowie Jack Culcay-Keth von TG Darmstadt). Eintritt frei.

Liga-Pokal: Povernov und Co. kommen

Zweitligameister BCO ist heiß auf den Ligapokal
Teamkapitän Weiss mit BCO-Coach Pletnev

BCO empfängt Velbert am 14. April in St. Ilgen / 50. Jubiläum des BC Heidelberg

Ein Fest für Faustkampf-Freunde gibt es am Samstag, 14. April, in der Kurpfalzhalle im Leimener Stadtteil St. Ilgen (bei Heidelberg): Bereits um 18 Uhr beginnt der entscheidende Kampfabend der Siegerteams beider Spitzenligen um den Supercup des Deutschen Boxsportsverband (DBV). Die jungen Überflieger und frisch gebackenen Zweitliga-Meister vom BC Olympia (BCO) Rhein-Neckar sind heiß auf das Duell mit dem Velberter BC, der soeben zum fünften Mal in Folge den Mannschaftstitel im Box-Oberhaus gewonnen hat.

Welches Team ist der Superchampion in Deutschland? Können die jungen Wilden um den 20-jährigen BCO-Kapitän und Militärweltmeister Gottlieb Weiss der mit WM-Medaillengewinnern und Deutschen Männermeistern nur so gespickten Truppe aus Nordrhein-Westfalen trotzen? Favorit Velbert nimmt die Auseinandersetzung sehr ernst. Die Mannschaft um den Vizeweltmeister und Olympiadritten Rustam Rahimov (Bantamgewicht) und den WM-Dritten Alexander Povernov (Schwergewicht) reist bereits am Vortag an.

Im Vorfeld lässt sich aus taktischen Gründen keiner in die Karten schauen. Doch am spannendsten dürfte das voraussichtliche Aufeinandertreffen von Gottlieb Weiss (Heimatverein BAC Hockenheim) und dem dreifachen Deutschen Männermeister und international erfahrenen Robert Woge (Heimatverein Blau-Weiß Könnern) werden: Die beiden stilistisch völlig unterschiedlich veranlagten Boxer - hier der bullige „Panzer“ Woge, da der bewegliche Techniker Weiss – konkurrieren im Halbschwergewicht bis 81 Kilogramm um die nationale Vorherrschaft. Will Weiss wirklich zur WM und zu Olympia muss er gegen Woge überzeugen.

Möglicherweise wird im Trikot von Velbert auch Weiss´ Hockenheimer Mannschaftskamerad Andreas Popp antreten: Der WM-Fünfte von 2005 im Federgewicht bis 57 Kilogramm aus Hockenheim gehört zum Stammkader der Bundsligisten aus der Schlossstadt im Kreis Mettmann. Mit ihm könnte es Benjamin Fuchs (Heimatverein BC Bad Kreuznach) zu tun bekommen, der mit seinem Sieg für den BCO im entscheidenden letzten Zweitligagefecht gegen Seelze nach langer Verletzungspause geglänzt hatte.

Im Leichtgewicht bis 60 Kilogramm kommt es zur Neuauflage eines Halbfinales der jüngsten DM in Straubing: Sandro Schaer (BCO) verlor damals gegen den späteren Vizemeister Sergej Haan. Das will Schaer korrigieren. BCO-Ass Dimitri Sorokin (Heimatclub Karlsruher SC) aus Bensheim dürfte im Halbweltergewicht bis 64 Kilogramm auf den Deutschen Meister von 2005 und ehemaligen WM-Dritten Martin Dreesen (Heimatverein BSC Schwerin) treffen. Mit dem amtierenden Weltergewichtsmeister Artem Merjasow bekommt Alexander Miller, der BCO-Kämpfer im Limit bis 69 Kilogramm, ebenfalls eine harte Nuss zu knacken.

Aus terminlichen Gründen gibt es keinen Rückkampf. Die unterklassige Mannschaft hat Heimrecht. Anlässlich seines 50. Jubiläums richtet der BC Heidelberg um seinen Vorsitzenden Manfred Rahm den Kampf um den DBV-Supercup aus. Die Begegnung endet rechtzeitig vor Beginn der TV-Übertragung des WM-Spektakels der Profis Valuev und Chagaev.

Anfahrt per Auto und Bahn:
Leimen ist über die Bundesautobahn A 5 Karlsruhe-Heidelberg (Ausfahrt Walldorf/Wiesloch oder Heidelberg/Schwetzingen) zu erreichen. Zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil St. Ilgen verläuft die Bundesstraße B 3 Heidelberg-Bruchsal. Im Stadtteil St. Ilgen befindet sich der Bahnhof St. Ilgen/Sandhausen an den Bahnstrecken Heidelberg-Karlsruhe beziehungsweise Heidelberg–Stuttgart Hier verkehrt auch die S-Bahn Rhein-Neckar. Peter Jaschke

Ab Dezember Erstliga-Kämpfe in der Region

Der Schifferstädter Ligakämpfer des BCO, Hüseyin Cinkara, bot sich mit dem starken Ravensburger Johann Witt im Halbschwergewicht eine Ringschlacht. Witt unterlag nur knapp.

Olympische Boxer bestritten bei Gala im Mannheimer Rosengarten Rahmenkämpfe / DBV gab grünes Licht für Kooperation mit Profilager

Mannheim. Ausnahmsweise an dieser Stelle mal Nachrichten aus dem Profilager: Box-Weltmeisterin Silke Weickenmeier hat mit einem einstimmigen Punktsieg (100:89, 99:90, 100:90) über Maribel Santana ihren WM-Titel verteidigt. „Silke hat mit Bravour geboxt“, sagte Siggi Weickenmeier nach der Gala in Mannheim. Seine Tochter bleibt somit Profi-Weltmeisterin nach Version der Global Boxing Union (GBU), einem Ableger des Frauenweltverbands WIBF. Im November kommt es zu einer freiwilligen Titelverteidigung.

Ab Mitte Dezember 2007 gibt es Erstliga-Boxen in der Region: Der BC Olympia Rhein-Neckar nimmt sein Aufstiegsrecht wahr. Was die Faustkampffreunde der Region erwartet, bewiesen neun sehenswerte Begegnungen im Rahmenprogramm der Boxgala: So zeigte beispielsweise der „Pfälzer Puncher“ Hüseyin Cinkara (BC Olympia Rhein-Neckar/ BC Schifferstadt) bei seinem Sieg über den Ravensburger Johann Witt, wie attraktiv olympisches Boxen mit Kopfschutz ist. ABVB-Kadett Praphbreet Singh Aujla (BC Schwetzingen) schlug in einem weiteren von acht erlaubten Einlagekämpfen Magomed Janguabev (BR Knielingen, Baden) nach Punkten. Weitere ABVB-Boxer im Rosengarten-Ring waren David Eberle und Stefan Tatus (beide BR Knielingen, Kampf blieb ohne Wertung), Alex Ochs (BC Schwetzingen, Punktsieg gegen Trim Shoreci) und Max Jätzold (LZ Heidelberg, Punktniederlage gegen Emir Ahmatowic, TG Leun, Hessen). Einen der besten Kämpfe zeigte vor rund 500 Zuschauern Aznaur Gasanov (Gold-Blau Stuttgart, Württemberg), der Arwid Schneider (Condor Limburg, Hessen) bezwang. Organisator Siggi Weickenmeier dankte Roland Kubath (OSP Rhein-Neckar), Oliver Vlcek (LV Württemberg) und Rainer Simon (LV Hessen) für die arbeitsreiche Zusammenstellung des beispielhaften sportlichen Rahmenprogramms. pj

Miller und Weiss Dritte der DBV-Rangliste

Dimitri Sorokin (KSC) triumphierte bei einem Ligakampf im Trikot des BC Olympia Rhein-Neckar über DM-Vizemeister Kerber (Seelze)

ABVB-Kämpfer bundesweit vorne dabei / Sorokin schon unter "Top-Ten"  

Einige Athleten aus den Reihen des Amateur-Box-Verbands Baden (ABVB) belegen in der jüngsten nationalen Rangliste des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV), die das Magazin BoxSport in seiner aktuellen Juni-Ausgabe veröffentlicht, vordere Plätze in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse. So sind unser Chemiepokal-Sieger Alex Miller (BW Lahr, bis 69 Kilogramm, hinter dem 2., Artem Merjasov) und unser Militär-Weltmeister Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim, bis 81 Kilogramm, hinter dem 2., René Krause) im ersten Jahr bzw. zweiten Jahr in der Männerklasse schon jeweils Dritter ihres Limits hinter erfahreneren mehrfachen nationalen Titelträgern. Vierter im Halbweltergewicht ist Sergej Nurislamov (Karlsruher SC) hinter Enrico Wagner (Cottbus, 3.) und Slawa Kerber (Seelze, 2.). Nurislamovs junger Vereinskamerad Dimitri Sorokin teilt sich im selben Limit bis 64 Kilogramm schon den siebten Rang mit Dieter Döhl (BC Gifhorn) und Alex Kuhn (TV Fischbek). Andreas Propp (BAC Hockenheim) findet sich auf Rang sechs hinter den „Jungen Wilden“ Herfurth (Halle, 1.), Abramowski (Berlin, 2.), Gratschow (Gifhorn, 3.), Schinske (Cottbus) und Lebeda (Welzow).

Folgende Athleten führen die Ranglisten vom 18. Mai 2007 jeweils (mit Ausnahme des Weltergewichts, wo die ersten drei punktemäßig eng beieinander liegen) klar und deutlich an: Ronny Beblik (BC Chemnitz, Fliegengewicht), Rustam Rahimov (BC Velbert, Bantamgewicht), Marcel Herfurth (SV Halle, Federgewicht), Artur Schmidt (VfB Marl-Hüls, Leichtgewicht), Martin Dreßen (BSC Schwerin, Halbweltergewicht), Jack Culcay (TG Darmstadt, Weltergewicht), Konstantin Buga (NSF Berlin, Mittelgewicht), Robert Woge (BW Könnern, Halbschwergewicht), Alex Povernov (BC Gifhorn, Schwergewicht) und Erkan Teper (BSK Ahlen, Superschwergewicht).